Sie fordert in einem Gastkommentar im „Standard“ (Freitagausgabe), dass die politischen Entscheidungsträger die PH „aus ihrem schulischen Korsett befreien und akademische Freiheit zugestehen müssen“.In den vergangenen fünf Jahren sei viel Entwicklungsarbeit an den PH geleistet worden und in der Lehre, Betreuung der Schulpraxis der Studenten, in Forschung und Entwicklung werde vielfach hervorragend gearbeitet – „die Institution selbst aber bleibt, was ihre Vorgängerinstitution war: eine Schule“, so das Urteil Krainz-Dürrs, die der PH bereits als Gründungsrektorin vorgestanden war und nun für die kommenden fünf Jahre verlängert wurde.Als Beispiele nennt Krainz-Dürr, dass bisher auch in Fächern wie Soziologie oder Psychologie an den PH ausschließlich ausgebildete Lehrer unterrichten durften. Erst mit dem neuen Dienstrecht ab Herbst 2013 dürfen auch Wissenschafter ohne Lehrerausbildung an den PH angestellt werden. Unklar sei jedoch, was mit den verbliebenen schulischen Strukturen passiere, etwa dem verpflichtenden Besuch von „streng konfessionell gebundener“ Religionspädagogik durch die angehenden Lehrer. Wer das Fach an der PH unterrichtet, entscheiden die konfessionellen Schulämter.Selbstbewusste, kritikfähige und offene Lehrer könnten in der derzeitigen Organisationsform jedenfalls nicht herangebildet werden, so Krainz-Dürr. So sei es ihr wiederholt passiert, dass Eltern von Lehramtsstudenten bei Problemen bei ihr vorgesprochen hätten, „ohne dass deren 'Kinder' vor Scham in den Boden gesunken sind“.Für die Zukunft fordert sie nicht zwingend Strukturen, wie es sie heute an den Unis gibt. Es sei aber „hoch an der Zeit, die Bildung aller Lehrer/innen neu zu denken“. Dabei hofft Krainz-Dürr auf den Entwicklungsrat, den Unterrichts- und Wissenschaftsministerium gemeinsam eingesetzt haben und der die Umsetzung einer gemeinsame Ausbildung für alle Pädagogen steuern soll. apa