Rom zögert mit der Genehmigung des bereits bis ins Detail vorbereiteten Kursjahres. Und langsam wird die Zeit knappIm Herbst sollte nicht nur der Berufsbefähigungskurs für Mittel- und Oberschullehrer an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität in Brixen starten, sondern auch der fünfjährige neue Ausbildungsweg für Lehrer des Primarbereichs. Die Kurse und Lehrgänge sind bis ins Detail ausgearbeitet, am 1. August sollte die Vorinskription beginnen.Alles hängt aber noch vom Segen aus Rom ab. Und der lässt auf sich warten. Während für die Ausbildung der Lehrer im Primarbereich schon bald grünes Licht vom Unterrichtsministerium kommen dürfte, ist Schullandesrätin Sabina Kasslatter Mur nach der jüngsten Aussprache aber sehr skeptisch, ob das auch für das Berufsbildungsjahr für Mittel- und Oberschullehrer gelten wird. Denn wie man ihr mitgeteilt habe, störe man sich an der eigenen Sprachregelung, die in Südtirol getroffen wurde. So werden im übrigen Italien neben der Muttersprache auch Englisch-Kenntnisse verlangt – und zwar das Niveau B2 am Ende des Studienjahres. Für Südtirol hingegen ist geplant, die Kenntnisse in Englisch oder auch in der zweiten Landessprache – also in der deutschen Sektion in Italienisch – vorzuschreiben. Und zwar nicht erst am Ende des Kursjahres, sondern bereits zu Beginn: C1-Niveau für die Muttersprache, B1 für Englisch oder Italienisch. Dabei solle aber jenen der Vorzug gegeben werden, die zu Beginn des Studienjahres B1 in der zweiten Landessprache nachweisen können. Dadurch sollten möglichst einheimische Anwärter bevorzugt werden.Denn offen stehen würde die Ausbildung auch Anwärtern aus dem übrigen Italien. Und genau das ist der zweite Haken, an dem eine Genehmigung scheitern könnte. Denn das Ministerium überlegt – noch inoffiziell –, den Start der Lehrerausbildung um ein Jahr zu verschieben. Und möchte deshalb auch die Südtiroler Ausbildung erst dann starten lassen. Denn abgesehen davon, dass ein neuerlicher Aufschub der Ausbildung zu einem Massenaufstand der geschätzten 25.000 in prekären Arbeitsverhältnissen lebenden Lehrer in Italien führen würde: Die Ausbildungen in Südtirol würden, wenn sie denn gestartet würden, von Lehrern vor allem aus Süditalien überrannt – in erster Linie natürlich die italienische Sektion.Tag und Nacht lernen, um die Zweitsprache auf das geforderte Niveau zu bringen, sei immerhin besser als trotz vieler Studientitel und Zusatzqualifikationen auf der Straße zu stehen. Allerdings würde die italienische Sektion im Herbst ohnehin nicht geöffnet, argumentiert man nun in Südtirol. Dem Ministerium würde also so gut wie kein Schaden entstehen, wenn sie die deutsche Sektion starten ließe, heißt es. Am meisten zittert man aber auch hierzulande , dass die Ausbildung überall um ein Jahr verschoben werde, die Lehrer dagegen massiv protestieren werden und die Ministerin dann einlenkt und die Ausbildung mitten im Schuljahr starten lässt – mit dementsprechender Mehrbelastung in den verbleibenden Wochen.wib