Der Protest der Lehrer für mehr Geld und bessere Rahmenbedingungen hat inzwischen ein Ausmaß erreicht, das für Achammer nicht mehr nachvollziehbar ist. „Da wird der Bogen deutlich überspannt. Solche Lehrer schießen weit über das hinaus, was sie selbst vorgeben zu wollen mit den Protesten“, meint der Landesrat. „Elternarbeit ist für den Bildungserfolg eines Kindes ganz zentral.“ Er sei überzeugt davon, dass die allermeisten Lehrer weiterhin an der Abhaltung des Elternsprechtages festhalten werden. Und wo nicht, werde er diesen Fällen nachgehen, kündigt der Bildungslandesrat an. <BR /><BR />Im Kollektivvertrag der Lehrer seien 220 „Mehrstunden“ pro Schuljahr enthalten, zu denen auch Elternarbeit zähle. Was die Elternabende betrifft, so werde je nach Schule unterschiedlich vorgegangen. An einigen Schulen sei der Direktor beim Elternabend für die Lehrer eingesprungen, weiß der Landesrat. Achammer betont: „Alles, was jetzt noch zu einer Zuspitzung der Situation beiträgt, ist dem Klima bei den Verhandlungen nicht zuträglich.“<h3> „Lehrer übernehmen Tätigkeiten ehrenamtlich“</h3>Die Sprecherin der beiden Initiativgruppen „Bildung am Abgrund“ und „Qualitätsmarke Bildung Südtirol“, Andrea Perger, Lehrerin am Realgymnasium in Schlanders, rechtfertigt die Protestmaßnahmen der Lehrer. Nicht mehr durchgeführt würden nur unterrichtsergänzende Tätigkeiten. „Die Lehrer übernehmen sehr viele Tätigkeiten ehrenamtlich, die gar nicht verpflichtend sind und über den Auftrag, den uns unser Arbeitgeber erteilt, hinausgehen. Diese Tätigkeiten stellen wir jetzt in Frage“, meint Perger. Weiterhin würden die wöchentlichen Sprechstunden für die Eltern angeboten, daran ändere sich nichts. Die Eltern hätten sehr wohl das Recht, mit den Lehrern über die Kinder zu sprechen. Aber ein eigener Elternsprechtag, der die Sprechstunden bündelt, ist nicht verpflichtend für die Lehrer, erklärt Perger. Einige Elternabende werden im Pustertal nicht mehr abgehalten, trotzdem erhalten die Eltern aber alle Infos, die sie brauchen, sagt Perger. Der Protest ziele nicht nur auf mehr Geld ab, sondern auch darauf, dass bei der Bildung zurzeit einiges im Argen liege.