Montag, 30. April 2018

Leiche im Neusiedler See: Täter offenbar gefunden

Im Fall der getöteten Frau, deren Torso vor mehr als zwei Wochen im Neusiedler See bei Rust entdeckt worden ist, dürften die Ermittler offenbar dank eines Suchhundes auf den mutmaßlichen Täter gekommen sein. Laut der Tageszeitung „Heute” soll ein Hund bei jener Seehütte angeschlagen haben, deren Besitzer die Tat gestanden haben soll. Die Staatsanwaltschaft (StA) hielt sich dazu bedeckt.

Bei einer der Schilfhütten schlug der Suchhund an. - Foto: APA
Bei einer der Schilfhütten schlug der Suchhund an. - Foto: APA

”Es wird am Mittwochvormittag eine Pressekonferenz der Landespolizeidirektion Burgenland und der Staatsanwaltschaft Eisenstadt geben, wo wir über den aktuellen Ermittlungsstand informieren werden”, sagte der Leiter der StA, Johann Fuchs, heute, Montag, zur APA. Ob es sich bei jenem Mann, über den am Sonntag die Untersuchungshaft verhängt worden ist, nun auch tatsächlich um diesen Seehüttenbesitzer handelt, blieb zunächst offen.

”Heute” berichtete in der Montagausgabe, dass der Verdächtige - ein 63-Jähriger angeblich einschlägig vorbestrafter Mann - am Freitag in seiner Wohnung in Wien-Brigittenau festgenommen worden sei. Er soll dort die Leiche zerteilt und die inneren Organe entnommen haben.

Der 63-Jährige wollte angeblich erst kürzlich das von seiner Mutter geerbte Seeanwesen verkaufen und soll sich an einen Makler gewandt haben. „Da wird mir gleich nachträglich noch schlecht”, schilderte der Immobilienmakler gegenüber „Heute” seinen Besichtigungstermin am See vor einer Woche. Der Verdächtige habe ihm von seiner Zeit im Gefängnis erzählt und gemeint, dass er mit der Hütte nichts anfangen könne und dafür 80.000 Euro haben wolle, erinnerte er sich. Auffälligkeiten habe er bei dem Mann - abgesehen von einem schlechten Gang wegen eines Diabetikerfußes - nicht bemerkt.

Der Beschuldigte soll wegen Totschlags eine Zeit lang im Gefängnis gesessen sein und danach im Jahr 1995 wegen Vergewaltigung zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden sein. Aus diesen zwölf Jahren seien laut „Heute” jedoch knapp 21 Jahre geworden, da der Mann im Maßnahmenvollzug so lange untergebracht war, bis ihn zwei Experten für ungefährlich hielten. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Der Torso war am 13. April entdeckt worden. Taucher der Spezialeinheit Cobra waren ebenfalls tagelang im Einsatz wie auch Suchhunde. Kopf, Unterarme ohne Hände sowie ein Ober- und ein Unterschenkel wurden seither entdeckt. Hände, Füße sowie ein Bein fehlten zunächst noch. Die zerstückelte Frauenleiche dürfte bereits seit Monaten im See gelegen sein.

Wer die umgebrachte Frau ist, ist weiterhin offen. Gerüchten zufolge soll es sich um eine Prostituierte aus Osteuropa handeln.

apa

stol