Mittwoch, 07. September 2016

Leipzig: „Scherz“ von Jugendlichen löst Großeinsatz aus

Mit einem mehr als verzichtbaren „Scherz“ haben österreichische Jugendliche für einen Polizei-Großeinsatz in Leipzig gesorgt. Ein 15-Jähriger und sein ein Jahr jüngerer Freund hatten in der Nacht auf Dienstag telefonisch mit einem Anschlag auf ein Luxushotel gedroht, das daraufhin von mehr als 100 Beamten gesichert wurde.

Rund um das Hotel "Fürstenhof" in Leipzig gab es am Dienstag nach einem vermeintlichen Terroralarm einen Großeinsatz der Polizei.
Rund um das Hotel "Fürstenhof" in Leipzig gab es am Dienstag nach einem vermeintlichen Terroralarm einen Großeinsatz der Polizei. - Foto: © APA

Wie die Leipziger Polizei auf APA-Anfrage berichtete, hatten die Jugendlichen das Hotel wahllos ausgesucht und gegen 2.50 Uhr per Mobiltelefon von Österreich aus dort angerufen. Aus welchem Bundesland die Teenager stammen, war zunächst nicht bekannt.

Aufgrund des Terroralarms wurden mit Maschinenpistolen bewaffnete Beamte, die Schutzwesten trugen, postiert. In den Nebenstraßen fuhren Mannschaftswagen auf.

Keine Panik entstanden

Die Polizei setzte zudem einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera ein, um eventuell auf dem Dach des Hotels oder der unmittelbar angrenzenden Baustelle Verdächtige zu finden. Mit Sprengstoffspürhunden durchsuchte die Polizei das Hotel.

„Alles läuft besonnen ab“, erklärte Leipzigs Polizeisprecher Uwe Voigt, „das Hotelpersonal hat hervorragend reagiert“. Von einer Evakuierung habe man abgesehen, um keine Panik entstehen zu lassen. Als die Gäste am Morgen zum Frühstück gekommen seien, habe man mit jedem Einzelnen die Lage besprochen. „Alle waren verständnisvoll.“

Umfassende Sicherheitsmaßnahmen

Während des Einsatzes der Polizei ankommende Paket- und Postsendungen mussten im Außenbereich des Hotels entgegengenommen und sofort geöffnet werden. Hotelgäste, die zum Shopping in die nahe Innenstadt gegangen waren, mussten ihre Einkäufe auspacken und kontrollieren lassen.

Teilweise wurden auch Leibesvisitationen durchgeführt. Fußgänger und Radfahrer durften den Bereich vor dem Hotel nicht mehr befahren oder betreten. Der Verkehr auf dem Innenstadtring lief dagegen ohne Behinderungen weiter.

apa/dpa

stol