Freitag, 08. November 2019

Letzte Wünsche verwirklichen: Globales Treffen der Wünschewagen

Ende Oktober trafen in Rotterdam die Wünschewagen-Organisationen aller Welt zusammen. Auch der Landesrettungsverein war dabei.

Das Team des Südtiroler Wünschewagens war beim internationalen Treffen in Rotterdam mit dabei.
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Das Team des Südtiroler Wünschewagens war beim internationalen Treffen in Rotterdam mit dabei.

Das Projekt „Wünschewagen“ der Caritas Bozen und des Weißen Kreuzes ermöglicht es, schwerkranken Menschen einen letzten Herzenswunsch zu erfüllen.

Seit Beginn der Aktion Anfang des Jahres 2018 wurden 70 Fahrten durchgeführt.

Noch einmal das eigene Zuhause sehen

Das am häufigstens gewünschte Ziel, unter anderem von Patienten der Palliativstation, ist es, noch einmal das eigene Zuhause zu sehen. Oft führt die Fahrt aber auch zu besonderen Orten, wie etwa an den Gardasee oder noch einmal in die Natur, aber auch entfernt lebende Verwandte oder Freunde wollen besucht werden.

Eine Fahrt des Südtiroler Wünschewagens führte sogar in ein Bozner Einkaufszentrum: „Die betroffene Dame hatte seit langer Zeit das Haus nicht mehr verlassen dürfen und wollte unbedingt einmal das Twenty sehen. Es sind oft ganz banale Wünsche, die für einen gesunden Menschen befremdlich wirken können, für Schwerkranke jedoch außergewöhnlich sind“, erklärt Projektleiter David Tomasi.

Das Projekt „Wünschewagen“ wurde in der Niederlande gegründet, wo Ende Oktober ein internationales Treffen der Wünschewagen aus aller Welt organisiert wurde.

„Jedes Land geht anders mit dem Thema Sterben um“

Das Treffen in Rotterdam diente dazu, sich über die jeweilige Tätigkeit, Patientenbetreuung, Gesetzeslage sowie die Eigenheiten der verschiedenen Länder auszutauschen.

Besonders interessant für das Südtiroler Team des Wünschewagens war es, dass in jedem Land mit dem Thema Sterben und im Speziellen mit einer letzten Wunschfahrt anders umgegangen wird.

Während man in der Niederlande sehr offen damit umgeht und daher jährlich über 2000 Wunschtransporte durchgeführt werden, waren es vergleichsweise in Japan nur 19 Wunschfahrten, und das in 2 Jahren.

Anwesend waren neben den Vertreten des Ursprungslandes Niederlande auch die jeweiligen Projektverantwortlichen aus Deutschland, Österreich, Südtirol, Spanien, England, Israel, Japan, Australien, Ecuador und Brasilien.

liz