<b>Von Evi Seebacher</b><BR /><BR />Seit 2011 gibt es eine Bestimmung der Landesregierung, um die Lichtverschmutzung in Südtirol einzudämmen.<BR /><BR /> „Allerdings kann man nicht sagen, ob sich seit 2011 die Situation in Südtirol verbessert hat, weil diese Daten schlichtweg nicht erfasst wurden“, sagt David Gruber, Astrophysiker und Direktor des Naturmuseums in Bozen.<BR /><BR /> Einer der Gründe, warum die Lichtverschmutzung überall zunimmt, sind LED-Lampen. „Das Problem dabei ist, dass man mit weniger Energie mehr Licht erzeugen kann. Und es werden heute Lampen dorthin gestellt, wo früher keine waren“, sagt Gruber. Weil der Strom weniger kostet, könne man ja mehr Licht erzeugen, ist die Idee dahinter. Damit sinkt in Südtirol zwar der Stromverbrauch für öffentliche Beleuchtung, aber die Lichtverschmutzung wird erhöht. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1039785_image" /></div> <BR /><BR />David Gruber und Sabrina Bernhard vom Planetarium in Gummer bestätigen, dass es sehr wohl Bemühungen gibt, die Lichtverschmutzung zu reduzieren. Von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr sollten Straßenbeleuchtungen herunter gefahren, Schaufenster- und Fassadenbeleuchtungen ausgeschaltet werden. Allerdings nützt das ganze Gesetz nichts, denn es fehlt an Aufklärung; viele Geschäftsleute wissen gar nicht, dass dies notwendig bzw. vorgeschrieben wäre. <BR /><BR />„Es ist Aufgabe des Naturmuseums und des Planetariums, auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Durch Workshops, Veranstaltungen und Infoabende usw.“, sagt Gruber. Eine Reduzierung der Lichter wäre für alle ein Vorteil, für Mensch, Flora und Fauna. Auch für die Brieftasche ist es günstiger, denn viel Energie wird verschwendet. <h3> Heller ist nicht sicherer</h3>Licht wird prinzipiell als etwas Positives angesehen, Menschen haben Angst, wenn es dunkel ist. Dabei, so Gruber, gibt es jede Menge Untersuchungen, die aufzeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen Sicherheit und Licht. Eine Umfrage in einem englischen Gefängnis unter bereits verurteilten Kleinkriminellen hat ergeben, dass zum Beispiel eine beleuchtete Außenfassade einen Einbrecher nicht abschreckt. <BR /><BR /><embed id="dtext86-65188317_quote" /><BR /><BR /> Gruber ist sich bewusst, dass das Thema Lichtverschmutzung ein Randproblem ist – neben Klimakrise, Biodiversitätskrise, Übertourismus und noch vielen anderen mehr. Die Eindämmung der Lichtverschmutzung sei aber das am einfachsten zu lösende Problem.<BR /><BR /> Sabrina Bernhard erzählt von einem Forschungsprojekt, das in den Städten Bruneck und Meran durchgeführt wird. Damit soll unter anderem ermittelt werden, wer für die Lichtverschmutzung hauptverantwortlich ist: öffentliche oder private Beleuchtung? Das Ergebnis dieser Forschungsarbeit kann den zuständigen Stellen als Basis für Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt läuft bis Ende 2025.