<BR /><BR /><b>Herr Fiung, morgen ist Valentinstag. Viele verbinden diesen Tag mit Blumen und romantischen Gesten. Woher kommt dieser Tag?</b><BR />Toni Fiung: Der Valentinstag geht auf den heiligen Valentin zurück, der als Patron der Liebenden und als Heiliger der Zärtlichkeit verehrt wird. Um ihn ranken sich viele Legenden. Eine davon erzählt, dass er Ehen zwischen Sklaven und Freien segnete, etwas, das im römischen Reich damals nicht erlaubt war. Valentin stellte die Liebe über gesellschaftliche Normen und gesetzliche Vorschriften. Entscheidend war für ihn die Liebe der Menschen zueinander, und dieser Liebe sprach er Gottes Segen zu. Also ein sehr moderner und aktueller Heiliger.<BR /><BR /><b>Was macht den Valentinstag Ihrer Meinung nach heute noch bedeutsam?</b><BR />Fiung: Der Valentinstag zeigt, wie groß die Sehnsucht der Menschen nach gelingenden Beziehungen ist. Viele Paare nutzen diesen Tag, um sich Zeichen der Liebe zu schenken und sich gegenseitig zu zeigen, wie wertvoll sie füreinander sind. Das tut gut und ist wichtig. Gleichzeitig wissen viele Paare, dass der Valentinstag keine „Eintagsfliege“ sein darf. Es braucht immer wieder solche Momente des liebevollen Hinschauens auf die eigene Paarbeziehung.<BR /><BR /><b>Was kann ein solcher Moment des Innehaltens bewirken?</b><BR />Fiung: An solchen Tagen wird oft bewusst, welchen Weg man als Paar bereits gemeinsam gegangen ist, welchen Wert die Beziehung hat und vielleicht auch, wo Veränderungen notwendig oder wünschenswert sind. Der Valentinstag kann ein Anlass sein, dankbar auf den gemeinsamen Weg hinzuschauen und auch einander für das Gelungene zu danken.<BR /><BR /><b>In Ihrem neuen Buch, das im April erscheint, machen Sie deutlich, wie sehr Kinder von einer tragfähigen Paarbeziehung ihrer Eltern profitieren.</b><BR />Fiung: In meiner langjährigen Arbeit mit Paaren habe ich beobachtet, dass Kinder sehr feinfühlig auf das Beziehungsklima ihrer Eltern reagieren. Sie nehmen wahr, ob zwischen den Erwachsenen Vertrauen, Achtung und echte Zugewandtheit lebendig sind – oder ob die Beziehung hauptsächlich aus Organisation besteht. Auch wenn darüber nicht gesprochen wird, spüren Kinder diese Atmosphäre sehr genau.<BR /><BR /><b>Das bedeutet?</b><BR />Fiung: Die Paarbeziehung bildet so etwas wie den emotionalen Resonanzraum, in dem Kinder aufwachsen. Wenn zwischen den Eltern eine lebendige, wertschätzende Verbindung spürbar ist, gibt das Kindern Sicherheit. Sie erleben: Hier ist Halt, hier ist Verbindung, hier ist ein gutes Miteinander. Das wirkt oft stärker als jede pädagogische Maßnahme.<BR /><BR /><b>Was möchten Sie Paaren mit auf den Weg geben?</b><BR />Fiung: Ich ermutige Paare, ihre Beziehung nicht nur „mitlaufen“ zu lassen. Es muß nicht alles perfekt passen oder eitler Sonnenschein sein. Wichtig ist es, sich als Paar wahrzunehmen. Kleine Momente von echter Begegnung, offene, gute Gespräche, bewusste Zeit füreinander – all das stärkt nicht nur die Partnerschaft, sondern wirkt sich auch positiv auf die Kinder aus. Wenn Paare miteinander gut auf dem Weg sind, spüren das alle in der Familie.<BR /><BR /><b>Sie sprechen von Segensritualen für Paare. Welche Bedeutung haben diese?</b><BR />Fiung: Liebende brauchen auf ihrem Weg Zeichen von Vertrauen und Hoffnung. Ein Segensritual – etwa am Valentinstag – kann ein solches Zeichen sein. Wenn Paare um Gottes Segen bitten oder einander segnen, ist das Ausdruck einer tiefen Beziehung zueinander und zu Gott. Das schenkt Mut und Vertrauen, den gemeinsamen Weg weiterzugehen, besonders auch dann, wenn es mühsam wird.<BR /><BR /><b>Gibt es auch heuer eine Segensfeier für Liebende in der Kirche von Lichtenstern?</b><BR />Fiung: Ja, seit Jahren feiern wir den Namenspatron der Liebenden. Die Feier mit schöner Musik und berührenden Texten beginnt am Valentins-Samstag um 19.00 Uhr.