Pamer trifft sich heute mit den Gewerkschaften/Patronaten, Familienbeirat und den Direktoren der Sozialdienste, um über die Entscheidung der Landesregierung und vor allem die dahinterstehende Analyse einer Arbeitsgruppe zu informieren. 2011 wurde in Südtirol die Einheitliche Einkommens- und Vermögenserklärung (EEVE) als Alternative zur staatlichen ISEE eingeführt. „Sie gilt für 72 Leistungen des Landes in zehn Bereichen vom Sozialen bis Wohnbau und Studienbeihilfe“, so Pamer. Punktuell, wie bei Landeskindergeld und Unterstützung für die Senioren, kommt allerdings auch die ISEE zur Anwendung.<h3> „Nachteile für Bürger vermeiden“</h3>Im Regierungsprogramm verordnete sich die Landesregierung ein Nachdenken. Sonderbeauftragter Andrea Zeppa und der ASGB hatten im Sinne des Bürokratieabbaus eine Vereinheitlichung vorgeschlagen. Im Juli 2025 erklärte der Landeshauptmann, dass es nur mehr die staatliche ISEE geben werde. Nachteile für den Bürger seien zu vermeiden.<BR /><BR />„Eben diese hätte es aber gegeben“, so Pamer. Ihr Ressort habe die Vor- und Nachteile eines Übergangs auf die ISEE bewertet. „Der zentrale Vorteil der EEVE liegt in der Unabhängigkeit von staatlichen Entscheidungen“, so Pamer. Über die EEVE könne Südtirol eigenständig und zeitnah auf Entwicklungen reagieren. Steige man hingegen auf die ISEE um, seien Leistungen des Landes von staatlichen Haushalts- und Sozialreformen abhängig. „Mir ist lieber, dass einige weiter beide Erklärungen machen müssen, statt von römischen Stimmungen abhängig zu sein“, so Pamer. Das habe auch die Landesregierung so gesehen.<h3> Daten bei EEVE schon im System</h3>Inhaltlich bewerte die ISEE zwar die Eigentumswohnung niedriger. Aber: Bei der ISEE zähle nur der Familienbogen laut Melderegister. <BR /><BR />„Lebt eine Alleinerziehende bei den Eltern, weil sie sich keine Wohnung leisten kann, die Großeltern noch bei der Familie wie oft am Land, so wirkt sich das bei der ISEE nachteilig aus“, so Pamer. Bei der EEVE werde zwischen engeren und erweiterten Familiengemeinschaften unterschieden. Ein Umstieg auf die ISEE würde gerade im Sozialen die Spielräume stark einschränken. „Die EEVE ist eingespielt, wir haben alle Daten und das digitale System läuft“, so Pamer. Der Umstieg wäre mit großen Unsicherheiten verbunden, viele würden durch den Rost fallen. „Auch Landesrätin Ulli Mair war absolut dafür, im Wohnbau bei der EEVE zu bleiben, weil alle Förderungen auf dieses System ausgerichtet sind“, sagt sie.<BR /><BR />Aus diesen Gründen hat die Landesregierung entschieden, weiter mit beiden Systemen zu fahren. Zudem will man mit dem Staat abklären, ob das Land auf aufgeschlüsselte ISEE-Daten zugreifen kann. Bei der Rentenaufstockung für Senioren, die über die ISEE läuft, bekam man bisher jedenfalls keine Daten wie z.B. Geschlecht oder Familienstatus der Antragsteller.