Dienstag, 08. September 2020

Linksextremist Battisti tritt in Hungerstreik

Der im Jänner 2019 nach 25-jähriger Flucht im Ausland festgenommene italienische Ex-Linksextremist Cesare Battisti ist in den Hungerstreik getreten. Er protestierte damit gegen die Isolierung in der Hochsicherheitsanstalt von Oristano auf Sardinien, der er trotz beträchtlicher Gesundheitsprobleme unterzogen sei.

Der  nach 25-jähriger Flucht im Ausland festgenommene Ex-Linksextremist Cesare Battisti ist in den Hungerstreik getreten.
Der nach 25-jähriger Flucht im Ausland festgenommene Ex-Linksextremist Cesare Battisti ist in den Hungerstreik getreten. - Foto: © APA/afp / ALBERTO PIZZOLI
Er habe alles unternommen, um seine Rechte auf Kontakte zu Familienangehörigen und auf bessere Therapien zu verteidigen. Jetzt bleibe ihm nur noch der Hungerstreik übrig, hieß es in einem Brief Battistis an seinen Anwalt.

Das Oberste Gericht in Rom hatte im November einen Antrag Battistis auf Strafreduzierung abgelehnt. Damit wurde die lebenslängliche Haftstrafe bestätigt, zu der der Ex-Terrorist verurteilt worden war.


Zu lebenslanger Haft verurteilt

Battisti hatte sich im März 2019 erstmals zu 4 in den 1970er-Jahren begangenen Morden bekannt, für die er 1993 in Abwesenheit verurteilt worden war ( STOL hat berichtet). Der Mitbegründer der linksextremistischen Gruppe „Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus“ (PAC) wurde u.a. wegen der Tötung eines Polizisten, eines Gefängniswärters und eines Juweliers in Italien 2 Mal zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Jahrelang auf der Flucht

Die Morde hatte er bei Überfällen begangen. Mit der Beute wollte er seine Organisation finanzieren. Der Italiener hielt sich jahrelang in Frankreich und in Brasilien auf und war als Schriftsteller erfolgreich.

Er konnte sich lange unter dem Schutz linksgerichteter Präsidenten einer Auslieferung entziehen. Er wurde im Jänner 2019 in Bolivien festgenommen und an Italien ausgeliefert. In Haft schreibe Battisti Romane, berichteten seine Angehörigen.

apa