Dienstag, 14. Juli 2015

Linz: Baby sexuell missbraucht und Video im Internet verbreitet

Ein 41-Jähriger ist wegen des Verdachtes, ein Baby sexuell missbraucht und Aufnahmen davon im Internet verbreitet zu haben, in einem Schöffenprozess am Dienstag im Landesgericht Linz angeklagt. Der Angeklagte ist teilweise geständig. Die Öffentlichkeit wurde von der Verhandlung ausgeschlossen. Ein Urteil wird noch innerhalb des Tages erwartet.

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Der 41-jährige Rumäne habe in seiner Heimat einer Prostituierten Geld dafür bezahlt, dass er in einem Hotel in ihrem Beisein mit der einjährigen Tochter mehrfach Oral- und Vaginalverkehr verüben konnte, hieß es in der Anklage. Außerdem habe er davon pornografische Videos und Fotos angefertigt.

Auch in Österreich soll er Fotos von einem nicht identifizierten ungarischen Bettler-Kind gemacht haben. Ihm wird weiters vorgeworfen, die Aufnahmen im Internet verbreitet zu haben. Zudem soll er sich von dort zahlreiches kinderpornografisches Material heruntergeladen haben.

Durch seine Aufnahmen, auf denen er zum Teil selbst zu sehen ist, habe er selbst die besten Beweise für seine Schuld geliefert.

"Abstoßend, ekelerregend, schockierend“

Zusammenfassend stellte der Staatsanwalt fest: „Es fehlen einem die Worte. In meinem Berufsleben habe ich so etwas noch nie erlebt: Abstoßend, ekelerregend, schockierend.“ Gegen den Angeklagten sei noch ein weiteres einschlägiges Verfahren anhängig, die mutmaßlichen Opfer aber nicht identifiziert.

Auf die Spur des Angeklagten ist die Kriminalpolizei durch einen Hinweis des Betreibers eines sozialen Netzwerkes in den USA gekommen. Dieser entdeckte die einschlägigen Dateien, nahm sie vom Netz und informierte das Bundeskriminalamt.

Alkoholkonsum als Entschuldigung

Die Verteidigerin antwortete, ihr aus der Untersuchungshaft vorgeführter Mandant sei teilweise geständig. Er habe keinen sexuellen Verkehr mit dem Baby gehabt, sondern nur sich selbst befriedigt. Die Anfertigung der Aufnahmen gestehe er teilweise zu.

Die Aufnahmen des Bettler-Kindes würden nicht von ihm stammen. Diese hätten dessen Geschwister ohne sein Wissen mit seiner Kamera gemacht, als er mit der Mutter im Keller gewesen sei. Die auf seinem Computer sichergestellten einschlägigen Dateien hätten sich schon dort befunden, als er ihn gekauft habe.

Entschuldigend sei, dass er vor den ihm vorgeworfenen Taten stets Alkohol konsumiert und deshalb nicht in voller Besinnung gehandelt habe.

Das Gericht schloss für die Befragung des Angeklagten und der Sichtung der Aufnahmen zum Schutz der Opfer und weil es um den persönlichen Bereich des Angeklagten gehe, die Öffentlichkeit vorübergehend aus.

apa

stol