Montag, 08. Januar 2018

Linz: Therapeut soll Patientinnen missbraucht haben

Ein 46-jähriger Physiotherapeut soll drei betagte Patientinnen während Therapiesitzungen sexuell missbraucht bzw. belästigt haben. Er steht seit Montag in Linz vor Gericht.

Der Therapeut soll sich mehrmals an wehrlosen Personen vergriffen haben.
Der Therapeut soll sich mehrmals an wehrlosen Personen vergriffen haben. - Foto: © shutterstock

Der Angeklagte räumt laut Staatsanwaltschaft sexuellen Kontakt mit einer Frau ein, der aber einvernehmlich gewesen sei. Andere Berührungen an intimen Stellen seien Teil der Behandlung gewesen, so seine Rechtfertigung.

Der gebürtige Iraner, der seit langem niederländischer Staatsbürger ist und seit dem Jahr 2000 in Linz als Physiotherapeut arbeitet, betreute seine Patientinnen bei diesen zu Hause. Zwischen Mai 2015 und Mai 2017 soll es laut Staatsanwaltschaft zu Übergriffen auf drei Frauen gekommen sein.

Sexueller Missbrauch an einer wehrlosen Person

So soll sich der Angeklagte zweimal an einer damals 75-jährigen, körperlich schwer beeinträchtigten und hilfsbedürftigen Frau vergangen haben. Als er versucht habe, in sie einzudringen, sei die Pensionistin „völlig perplex“ gewesen und habe sich aufgrund ihrer körperlichen Verfassung auch nicht wehren können, so Staatsanwältin Doris Fiala. Die Frau habe zunächst gedacht, das gehöre zur Therapie, sich später dann aber doch einem Altenbetreuer anvertraut.

Das zweite mutmaßliche Opfer war zum Tatzeitpunkt 89 Jahre alt – eine Pensionistin, die nach einer Schulterverletzung Physiotherapie benötigte. Der Angeklagte soll sie an der Brust begrapscht, sich auf die am Bauch liegende Frau gesetzt und seinen Penis an ihr gerieben haben. Nach zwei derartigen Vorfällen beendete die Patientin die Therapie. Auch eine dritte Frau soll der 46-Jährige bei den Behandlungen sexuell belästigt haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann sexuellen Missbrauch einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person, sexuelle Belästigung und öffentliche geschlechtliche Handlungen vor. Das wäre im Falle eines Schuldspruchs mit einem bis zehn Jahren Haft bedroht. Laut seinem Verteidiger Helmut Blum sei der Mann aber unschuldig. Der Anwalt sagte, es gebe Ungereimtheiten in den Aussagen der Opfer, die er herausarbeiten wolle.

apa

stol