Mittwoch, 04. Oktober 2017

Lkw-Stau von Neumarkt bis Brenner

Da kann der Himmel noch so schön blau sein und der Herbst entlang des Weges in den prächtigsten Farben leuchten: Auf der Brennerautobahn staute es seit den Morgenstunden auf der Lkw-Spur gen Norden. Grund ist das Fahrverbot in Deutschland aufgrund des Feiertages. Dabei gäbe es in solchen Fällen eine Patentlösung.

Staubild zur Mittagszeit am Mittwoch. - Foto: Süd-Tiroler Freiheit
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Staubild zur Mittagszeit am Mittwoch. - Foto: Süd-Tiroler Freiheit

Die Lkw stehen Schlange. Nichts geht mehr. Von Brenner staute es sich zur Mittagszeit zurück bis nach Neumarkt. Grund: Überlastung. Auch für den Leichtverkehr kam es abschnittsweise zu Kolonnenverkehr.

Tag der deutschen Einheit Grund für Stau

Der Grund liegt am Fahrverbot von 3. Oktober, der in Deutschland als Tag der deutschen Einheit begangen wird. Die Lkw-Lenker harren an solchen Feiertagen entlang ihres Weges nach Norden in den Raststätten und Parkplätzen der Brenner- und Inntalautobahn aus. Bis sie weiterfahren dürfen - und das alle auf einmal, so scheint es. Zumindest südlich des Brenners.  

In Nordtirol geht man mit den Feiertagsfahrverboten anders um. Dort wird in Kufstein auf eine Lkw-Kontingentierung zurückgegriffen - sprich die Laster werden nur gestaffelt auf die Autobahn gelassen. 

„Während man in Nordtirol seit 5 Uhr nur mehr 300 Lkw pro Stunde über die Autobahn fahren lässt, ist man in Südtirol völlig planlos vorgegangen und hat damit einen Megastau verursacht“, polterte der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit Sven Knoll. Auf Nordtiroler Seite sei es im Gegensatz zu keinerlei Verkehrsbeeinträchtigung gekommen. 

Kommt Lkw-Kontingentierung auch am Brenner?

Unlängst wird auch vom Bundesland Tirol aufgrund des wachsenden Verkehrsaufkommens eine Lkw-Kontingentierung am Brenner in Erwägung gezogen. Damit ist ein Rückstau in Südtirol noch viel wahrscheinlicher. Knoll fordert daher einmal mehr ein verkehrstechnisches Gesamtkonzept zwischen dem Bundesland Tirol und Südtirol, um vor allem an vorhersehbaren Tagen Staus zu vermeiden.

Bereits Mitte August haben die Landeshauptleute der Euregio beim Europäischen Forum Alpbach erstmals laut über eine Lkw-Obergrenze nachgedacht.

Auch aus der Handelskammer hagelt es Kritik: Die bestehenden Verkehrswege müssten bestmöglich ausgelastet werden, indem der Verkehr verteilt und Stoßzeiten verhindert werden. „Es braucht bessere Alternativen zum Verbot. Eine kurzfristige Erleichterung an solchen Spitzentagen wäre eine Aufteilung des Verkehrs innerhalb von 24 Stunden“, so Handelskammerpräsident Michl Ebner. 

stol/ker

stol