Freitag, 03. April 2020

Lombardische Lebensretterin genesen

Elena Pagliarini ist zur italienischen Ikone im Krieg gegen das Coronavirus geworden. Die 43-jährige Krankenschwester infizierte sich selbst, kam in Quarantäne, inzwischen ist sie genesen und will zurück an die Arbeit.

Das Bild der erschöpften Krankenschwester löste  weltweit Bestürzung aus.
Das Bild der erschöpften Krankenschwester löste weltweit Bestürzung aus.
Das Bild löste weltweit Bestürzung aus: Elena Pagliarini, Krankenschwester eines Spitals der lombardischen Stadt Cremona, die am Ende ihrer Schicht mit Maske völlig erschöpft an ihrem Schreibtisch zusammenbricht.

Pagliarini will zurück an die Arbeit

Die 43-Jährige infizierte sich selbst und kam daraufhin in Quarantäne. Inzwischen ist die Krankenschwester genesen. Sollte auch der zweite Abstrich negativ sein, will sie sofort zurück an die Arbeit. „Seit dem 13. März bin ich in Quarantäne. Tagsüber bin ich mit meinen Kolleginnen per WhatsApp in Verbindung, sie sind meine zweite Familie“, berichtete Pagliarini der Webseite von Cremona „Cremonasipuo“.

„Es geht mir gut. Ich hatte keine Beschwerden, abgesehen davon, dass ich Geruch- und Geschmacksinn verloren habe. Die Isolierung war hart, aber ich habe viel Zeit zum Nachdenken gehabt. Ich habe die Freude wiederentdeckt, zu Hause zu sein und zu lesen. Ich habe meine Kästen in Ordnung gebracht“, erzählte die Krankenpflegerin.

„Einige Freunde sind gestorben“

Sie zähle inzwischen die Tage, bis sie wieder an die Arbeit zurückkehren könne. „Ich liebe meinen Beruf. Man riskiert zwar jeden Tag das Leben, doch das ist der Beruf, den ich gewählt habe. Ich habe noch viel Leid in meinem Herzen. Einige Freunde sind gestorben“, erzählte sie.
Anfangs sei es für sie peinlich gewesen, ihr Foto in allen Zeitungen zu sehen.

Das Bild wurde von einer Kollegin am 8. März geschossen, über Facebook verbreitete es sich weltweit. „Es war ein Moment der Verzweiflung, die Schicht war fast zu Ende und ich fühlte mich hilflos“, sagte Pagliarini. Das Foto entstand um 6.00 Uhr in der Notaufnahme des Krankenhauses von Cremona.

Italienische Sanitäter zahlen einen hohen Preis für die Epidemie. 71 Ärzte sind inzwischen seit Ausbruch der Seuche gestorben. Rund 10.000 Krankenpfleger haben sich bisher infiziert, viele von ihnen liegen auf der Intensivstation.


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apa/stol