Samstag, 09. Mai 2020

London plant Quarantänepflicht für Einreisende

Großbritannien plant laut Medienberichten die Einführung einer zweiwöchigen Quarantänepflicht für Einreisende aus dem Ausland.

Dem „Times“-Bericht zufolge will Premierminister Boris Johnson die Quarantänepflicht bei der Vorstellung eines Fahrplans für Lockerungen von den Corona-Einschränkungen am Sonntag offiziell ankündigen.
Dem „Times“-Bericht zufolge will Premierminister Boris Johnson die Quarantänepflicht bei der Vorstellung eines Fahrplans für Lockerungen von den Corona-Einschränkungen am Sonntag offiziell ankündigen. - Foto: © APA (AFP) / JON BOND
Von der Maßnahme ausgenommen werden sollen lediglich Menschen, die aus dem Nachbarland Irland ins Vereinigte Königreich kommen, wie die Zeitung „The Times“ am Samstag berichtete. Laut dem Sender BBC soll die Quarantänepflicht Ende Mai in Kraft treten.

Dem „Times“-Bericht zufolge will Premierminister Boris Johnson die Quarantänepflicht bei der Vorstellung eines Fahrplans für Lockerungen von den Corona-Einschränkungen am Sonntag offiziell ankündigen. Durchgesetzt werden soll die Quarantänepflicht demnach durch stichprobenartige Überprüfungen. Zudem drohen Geldstraßen von bis zu 1.000 Pfund (1.100 Euro) sowie die Abschiebung.

Bereits über 31.000 Tote in Großbritannien

Großbritannien ist das am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Mehr als 31.000 Menschen starben bereits an der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Weltweit verzeichnen nur die USA mehr Corona-Tote.

China hat unterdessen eine Reform der Seuchenprävention und der Frühwarnsysteme des Landes für Epidemien angekündigt. „Diese Coronavirus-Epidemie ist ein großer Test für die Regierungsfähigkeit unseres Landes, und sie hat Schwachstellen im Umgang mit einer schweren Epidemie und den Systemen der öffentlichen Gesundheitsversorgung offengelegt“, sagte Li Bin von der Nationalen Gesundheitskommission.

Prävention und Frühwarnsysteme sollen modernisiert werden

Es soll eine zentralisierte und effiziente Befehlskette aufgebaut sowie die Prävention und die Frühwarnsysteme modernisiert werden. Zudem solle im Kampf gegen Epidemien verstärkt auf die Auswertung großer Datenmengen zurückgegriffen werden. Künstliche Intelligenz und Cloud-Computing sollten eingesetzt werden, um Krankheiten besser zu analysieren, die Virus-Ausbreitung zu verfolgen und benötigtes Gerät oder Material optimal zu verteilen.

China war im In- und Ausland für seine zunächst schleppende Reaktion auf die Epidemie kritisiert worden, die in großem Stil erstmals in der Millionenstadt Wuhan ausgebrochen war. Seither hat sich das Coronavirus über die gesamte Welt ausgebreitet, knapp vier Millionen Menschen infiziert und rund 275.000 Menschen getötet.

apa