Dienstag, 25. September 2018

Lorys Daniel Caciula: Zurechnungsfähigkeit wird geprüft

Lorys Daniel Caciula (21) soll Details kennen, die nur der wissen kann, der sich in der Mordnacht in der Wohnung von Nicoleta Caciula (46) aufgehalten hat. Ein schwerwiegendes Indiz gegen ihren Neffen, dessen Enthaftung das Bozner Freiheitsgericht abgelehnt hat. Der 21-Jährige bleibt im Gefängnis.

Lorys Daniel Caciula soll angegeben haben, dass er immer wieder „Black outs“ habe und sich manchmal sogar an Orten wiederfinde, die er nicht bewusst aufgesucht habe.
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Lorys Daniel Caciula soll angegeben haben, dass er immer wieder „Black outs“ habe und sich manchmal sogar an Orten wiederfinde, die er nicht bewusst aufgesucht habe.

Indes wurde ein Beweissicherungsverfahren anberaumt, um die Einsichts- und Willensfähigkeit des 21-Jährigen abklären zu lassen.

„Black outs“

Zum Gutachter ernannt wurde der forensische Psychiater und Psychologe Luciano Magotti aus Mailand. Lorys Daniel Caciula soll angegeben haben, dass er immer wieder „Black outs“ habe und sich manchmal sogar an Orten wiederfinde, die er nicht bewusst aufgesucht habe.
Dass er in der Mordnacht bei seiner Tante war, hat er selbst zugegeben. Die Ermittler haben aber – unabhängig davon – auch schwerwiegende Indizien.

Caciula hatte einiges getrunken, bevor er zur Tante ging

Caciula soll erklärt haben, er sei gegen halb ein Uhr heimgegangen, nachdem er einiges getrunken habe. Gegen 4 Uhr Früh sei er – auch den Erhebungen zufolge – in der Nähe von Nicoleta Caciulas Wohnung in Bruneck gewesen. Das sollen Aufnahmen von Überwachungskameras belegen. Caciula soll erzählt haben, seine Tante habe ihm eine Cola angeboten – das Glas stand bei Auffindung des Leichnams noch in der Küche. Die Decke soll er auf ihren Leichnam gelegt haben, der Schwelbrand in der Wohnung war dann von Teelichtern ausgegangen. Auch diese wurden vor Ort vorgefunden.

Tatmotiv weiter unklar

Das von Caciula angegebene Tatmotiv – seine Tante sei ihm zu nahe getreten – stufen die Ermittler als nicht schlüssig ein. Vorerst könne nichts ausgeschlossen werden – auch nicht ein mögliches finanzielles Motiv, das einem Streit zwischen Tante und Neffe zugrunde gelegen haben könnte. Zweifel soll es auch am Wahrheitsgehalt der Anzeige geben, die Lorys Daniel Caciula wenige Tage nach dem Mord erstattet hat. Darin hatte er erklärt, vor seinem Haus zusammengeschlagen worden zu sein. Er sei sogar bewusstlos gewesen. Schwer verletzt soll er aber nicht gewesen sein.

Nicht zuletzt unter diesem Gesichtspunkt soll der Amtsgutachter den „Black outs“ auf den Grund gehen und die Zurechnungsfähigkeit des 21-Jährigen prüfen.

D/rc

stol