Dienstag, 22. Mai 2018

Loveparade-Prozess: Veranstalter sagt aus

Der deutsche Loveparade-Veranstalter hat sich bei der Vorbereitung der Duisburger Technoparade 2010 nach eigenen Worten meist auf seine Mitarbeiter verlassen. Im Prozess um die Katastrophe mit 21 Toten sagte Rainer Schaller am Dienstag in Düsseldorf als Zeuge, der leitende Mitarbeiter, der zu den Angeklagten gehört, habe nur sehr wichtige Dinge mit ihm besprochen.

Foto: © APA/AFP

Schaller wies Aussagen früherer Mitarbeiter zurück, wonach er die letzte Entscheidungsinstanz war.

Der 49 Jahre alte Fitnessketten-Unternehmer ist Inhaber der Loveparade-Veranstalterin Lopavent. In dem Strafprozess müssen sich vier frühere Beschäftigte von Lopavent und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem fahrlässige Tötung vor. Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg starben im Gedränge 21 Menschen, mindestens 652 wurden verletzt.

Seine Rolle bei der Loveparade beschrieb Schaller als eine eher repräsentative. Er habe Bürgermeister getroffen, auf Pressekonferenzen gesprochen und Interviews gegeben. In den leitenden Mitarbeiter habe er großes Vertrauen gehabt. Gegen Schaller war nach dem Unglück nie ermittelt worden. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatte er keinen Einfluss auf die aus Sicht der Anklage fehlerhafte Planung oder rechtswidrige Genehmigung der Technoparade genommen.

apa/dpa

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stol