Donnerstag, 29. September 2016

Luftbelastung: So atmet Südtirol

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die starke Luftverschmutzung mitverantwortlich für Herzinfarkte, Lungenkrebs und chronischen Atemwegserkrankungen. Deshalb hat die Organisation auf ihrer Homepage eine globale interaktive Karte über die Luftverschmutzung veröffentlicht - auch mit Südtiroler Daten.

Südtirol befindet sich in Sachen Luftverschmutzung in der 2. Güteklasse, wenn es nach der WHO geht. - Foto: Screenshot/WHO
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Südtirol befindet sich in Sachen Luftverschmutzung in der 2. Güteklasse, wenn es nach der WHO geht. - Foto: Screenshot/WHO

In die WHO-Weltkarte zur Umweltverschmutzung sind Daten von Messpunkten in fast 3000 Städten, Siedlungen und Gegenden rund um den Globus eingeflossen. "Die Analyse der Karte birgt manche Überraschung und widerspricht teilweise den gängigen Meinungen darüber, wo gute und schlechte Luft zu finden ist", sagt der Chef der Landesumweltagentur Flavio Ruffini.

So sei beispielsweise die Luft in den nordamerikanischen Ballungszentren teilweise geringer belastet als in den hochalpinen Lagen.

Hier geht es zur interaktiven Karte der Weltgesundheitsorganisation.

Die Karte gibt Auskunft über die Luftqualität im Freien. Berücksichtigt werden die Jahresmittelwerte aus dem Jahr 2013 für Feinst- und Feinstaubbelastungen, also PM2,5 und PM10. Die WHO-Richtwerte wurden dabei als Referenzwerte zu Grunde gelegt. "Die Grenzwerte der WHO liegen deutlich unter jenen, die in der EU Gültigkeit besitzen", merkt Agenturchef Ruffini an.

Südtirol in zweitbester Gütelage

Aus Südtirol haben Daten der Messstationen in Latsch, Meran, Bozen Leifers, Brixen und Bruneck Eingang in das WHO-Modell gefunden. "Es sind die Daten, die die Landesagentur für Umwelt regelmäßig im Zuge der verpflichtenden Reportingtätigkeit an die Europäische Union weiterleitet", erklärt Direktor Ruffini.

Der WHO-Karte zufolge liegt Südtirol weitgehend in der zweitbesten Güteklasse. Diese Zuordnung sei aber mit einer bestimmten Vorsicht zu genießen, warnt Ruffini. So sei es eher unwahrscheinlich, dass beispielsweise Bruneck und Prettau dieselbe Güteklasse aufweisen. Die Simulation über die Flächen hinweg dürfte sehr grobmaschig erfolgt sein, sodass die räumlichen Unterschiede zwischen Berg und Tal und zwischen Peripherie und Zentrum nicht wirklich zur Geltung kämen: "Nachdem es sich hier um ein globales Modell handelt, dürften bei der Simulation kleinräumige, geländemorphologische und bioklimatische Unterschiede nicht berücksichtigt worden sein."

Dennoch gehe aber aus dieser Karte eine zentrale Botschaft aus, so Agenturchef Ruffini: "Wir alle müssen uns noch mehr anstrengen, um die von den menschlichen Aktivitäten ausgehende Luftbelastung zu verringern und damit unser aller Gesundheit zu schützen."

stol

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