„Auch wenn es verjährt ist und mir nichts mehr geschehen würde: Ich bin der Meinung, dass Recht Recht bleiben muss. Ich nehme jedenfalls nicht eine fadenscheinige Begründung an. Entweder ich bin unschuldig – was ich immer gesagt habe –, und dann bleibe ich bei dem, und ansonsten sollen sie mich verurteilen“, sagte Durnwalder bereits nach dem letzten Verhandlungstermin. <BR /><BR />Wie berichtet, kreidet die Staatsanwaltschaft dem Ex-Landeshauptmann 37 Ausgaben in Gesamthöhe von 23.642,02 Euro an, und zwar im Zeitraum von November 2012 bis März 2013. Nach Auffassung der Anklage hätten diese Ausgaben nicht aus dem Sonderfonds bestritten werden dürfen, es handelte sich um Spenden und Zuwendungen an Vereine, Verbände, für Maturabälle, aber auch an Privatpersonen. Derartige Spesen waren Durnwalder schon im ersten Sonderfonds-Prozess vorgehalten worden, und er war zu diesen Punkten – inzwischen rechtskräftig – freigesprochen worden.<BR /><BR />Sollte das Gericht im Sinne der Herabstufung urteilen, wäre der Vorwurf gegen Durnwalder längst verjährt. Die Verteidigung zeigte sich von der abgewandelten Anklage unbeeindruckt. Rechtsanwalt Gerhard Brandstätter, der Durnwalder zusammen mit seinen Kollegen Domenico Aiello und Karl Pfeifer verteidigt, forderte den vollen Freispruch für seinen Mandanten.<BR /><BR />Das Verfahren wurde auf den 13. November vertagt. Dann soll bereits das Urteil ergehen.<h3> Nachwehen in Sachen Sonderfonds noch nicht beendet: Nächstes Verfahren beginnt am 23. Oktober</h3>Damit ist das Thema für den Landeshauptmann a.D. aber noch nicht ausgestanden: Am 23. Oktober beginnt ein weiteres Verfahren. Wegen seines Gesuchs um ratenweise Rückzahlung von 26.918,41 Euro (Raten zu je 283 Euro im Monat) infolge seiner Verurteilung im zweiten Sonderfonds-Verfahren behängt ein weiteres Strafverfahren. <BR /><BR />Hintergrund: Die Agentur der Einnahmen gesteht all jenen Ratenzahlung zu, die finanziell nicht in der Lage sind, die ganze Summe auf einmal zu stemmen – und das im Gesuchsformular entsprechend angeben. Das hatte Durnwalder getan. Doch die Staatsanwaltschaft glaubt aufgrund von Überprüfungen der Finanzpolizei, dass er über seine Vermögenslage nicht die ganze Wahrheit angegeben habe. <BR /><BR />Durnwalder selbst sagte dazu: „Ich habe alles offengelegt. Die Agentur der Einnahmen hat es überprüft und genehmigt. Einen finanziellen Vorteil bringen die Raten nicht.“