Heute findet am Bozner Krankenhaus eine Tagung zum Thema Lungentumor statt. Die Primare Dr. Giulio Donazzan und Dr. Claudio Graiff (Onkologie) sowie die Ärztinnen Dr. Emanuela Vattemi und Dr. Christine Seebacher haben dies zum Anlass genommen, aktuelle Zahlen zu veröffentlichen. Demnach steigt die Anzahl an Lungentumoren in Südtirol beträchtlich, und zwar bei den Frauen stärker als bei den Männern. Mittlerweile erkranken mehr Frauen an Lungen- als an Brustkrebs. Insgesamt hat sich die Zahl der Lungen-Tumorerkrankungen bei Frauen vom Zeitraum 1996 bis 1999 zum Zeitraum 2000 bis 2003 um 13 Prozent gesteigert, die Todesrate sogar um 22 Prozent. Bei den Männern steht der Lungenkrebs als tumorbedingte Todesursache an erster Stelle. Denn während bei den meisten anderen Krebserkrankungen die Überlebenschancen teils deutlich gesteigert werden konnten, „sind die Heilungschancen bei Lungenkrebs noch immer sehr schlecht", so Donazzan. Eine Verbesserung verspricht man sich in Bozen vom interdisziplinären Ambulatorium, das vor rund einem Jahr eingerichtet wurde. Seither wird dort jeder einzelne Fall von Lungentumor von Ärzten verschiedener Fachbereiche betrachtet.Die beste Hilfe, so der Primar, wäre jedoch die Vorbeugung: „In 90 Prozent der Fälle besteht ein direkter Zusammenhang mit dem Rauchen." Große Hoffnungen setzen die Ärzte auf das italienische Anti-Rauchergesetz.„Aber eventuelle positive Auswirkungen wird man erst in zehn bis 20 Jahren feststellen können", dämpfte Dr. Seebacher verfrühte Hoffnungen. Bedenklich stimme sie jedoch, dass die Zahl der Raucher bei den Erwachsenen zwar abgenommen habe, bei den Jugendlichen dagegen wieder ansteige. „Hier muss in der Erziehung und Aufklärung noch mehr passieren", so Dr. Seebacher.d/ih