„Die Zahl der Menschen welche in den Südtiroler Seniorenwohnheimen, an oder mit den Coronavirus verstorben sind, ist inzwischen bekannt und es werden noch mehr werden. Trotz dieser Tatsachen und Situation waren einige Direktorinnen der Seniorenwohnheime bis vor kurzem bemüht, die Situation als stabil und unter Kontrolle darzustellen, und das obwohl die Situation hinter den Mauern der Seniorenwohnheime schon dramatisch war und die Mitarbeiterinnen nur noch die Möglichkeit hatten, die Situation und die emotionale Belastung irgendwie zu meistern und zu überstehen“, kritisierte LVS-Geschäftsführerin Marta von Wohlgemuth.<BR /><BR />Bereits Anfang März hat der LVS Anrufe und Emails von besorgten Mitarbeiterinnen aus einigen Seniorenwohnheimen erhalten. Aus diesen Anrufen und Emails war herauszulesen, dass die Vorgaben, was die Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen betraf, in den einzelnen Seniorenwohnheimen sehr unterschiedlich war und diese Tatsache die Mitarbeiterinnen sehr verunsicherte. Daraufhin wurde der Verband der Seniorenwohnheime über Email ersucht, Sorge für eine einheitliche Vorgangsweise zu übernehmen, auf dieses Ersuchen kam jedoch keine Antwort. <BR /><BR /><b>Sicherheits- und Schutzmaßnahmen in einigen Seniorenheimen nicht eingehalten</b><BR /><BR />Am 05.03.2020 wurde im Sinne des Gesetzesdekretes empfohlen, in den Seniorenwohnheimen keine Besuche mehr von Verwandten, Bekannten und Freiwilligen zuzulassen. Diese Maßnahme wurde zur Sicherheit der Bewohnerinnen nach außen gesetzt. Am 25.03.2020 wurde dann über die Errichtung eines Krisenstabes berichtet, welcher die Lage koordinieren soll. Zwischen den beiden genannten Terminen, liegen 20 Tage und für den Landesverband der Sozialberufe tut sich die Frage auf, welche Maßnahmen in diesen Tagen in den Seniorenwohnheimen nach innen gesetzt wurden. <BR /><BR />„Es liegen uns Informationen vor, dass die Mitarbeiterinnen schon zu dieser Zeit ihre Sorge um die Situation zum Ausdruck gebracht haben, dabei aber nicht ernst genommen wurden. Es gab zu dieser Zeit noch Fotos auf Facebook, wo Bewohnerinnen in Gruppen zusammen saßen, vom Abstand halten noch keine Rede. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass die Bevölkerung zur äußersten Vorsicht aufgerufen wurde, weil das für die Senioren in den Heimen lebensrettend ist und dann innerhalb einiger Seniorenwohnheime diese Sicherheits- und Schutzmaßnahmen nicht eingehalten wurden“ , betonte der Landesverband für Sozialberufe. <BR /><BR /><BR /><b>„Die Situation in den Seniorenheimen wurde unterschätzt“</b><BR /><BR />„Eines ist die Verantwortung der Politik und des Sanitätsbetriebes und eines ist die direkte Verantwortung der Führungskräfte in den einzelnen Seniorenwohnheimen, wieso kommt es so schwer über die Lippen, dass in den Seniorenwohnheimen, wie auch in anderen Orten die Situation unterschätzt wurde“, so der LVS.<BR /><BR />Der Landesverband für Sozialberufe betont, dass es jetzt das Gespräch und die Zusammenarbeit aller braucht, um die Arbeitsbedingungen der Sozialberufe nachhaltig zu verbessern, denn auf die vielen „Danke“ und den Applaus müssen jetzt Taten folgen.<BR /><BR />Zudem müssen Maßnahmen wie Bonuszahlungen, Lohngerechtigkeit und das Landesgesetz für die Sozialberufe umgesetzt werden<BR />Abschließend ist es der Wunsch des Landesverbandes für Sozialberufe die Wichtigkeit zu äußern, gemeinsam mit den politischen Verantwortlichen und allen Akteuren, die Geschehnisse aufzuarbeiten um wichtige Erkenntnisse abzuleiten, daraus zu lernen, damit sich solche Situationen in Zukunft nicht wiederholen.