Dienstag, 03. November 2020

Mädchen 91 Stunden nach Erdbeben aus Trümmern gerettet

Ein Mädchen ist 91 Stunden nach dem schweren Erdbeben im türkischen Izmir aus den Trümmern eines Wohnhauses gerettet worden. Das Kind sei 3 Jahre alt und heiße Ayda Gezgin, schrieb Gesundheitsminister Fahrettin Koca auf Twitter. Der Staatssender TRT hatte den Vornamen des Mädchens zunächst mit Ayla angegeben.

Die Rettungsarbeiten dauern weiter an.
Die Rettungsarbeiten dauern weiter an. - Foto: © APA/afp / OZAN KOSE
Auf Aufnahmen der Katastrophenschutzbehörde Afad war zu sehen, wie ein Rettungshelfer sich zu der Kleinen beugte, die voller Staub zwischen Schutt und Trümmern lag.

Der Rettungshelfer Ahmet Celik sagte TRT: „Ich habe ihre Stimme gehört. Ich habe meinen Kopf durch eine Lücke gesteckt. Sie hat gesagt: 'Ich habe so Durst.“ Sie habe nach Wasser und Ayran (Getränk mit Joghurt) gefragt.

Ein anderer aus dem Rettungsteam sagte: „Wir sind sehr glücklich.“ Das Mädchen habe nach seiner Mutter gefragt. Nach Angaben des Senders CNN Türk wird die Mutter noch unter den Trümmern vermutet. Die Einsatzkräfte versuchten nun, sie zu finden.

Umwelt- und Städteminister Murat Kurum sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, dem Mädchen gehe es gut. Die Rettungsarbeiten an 4 Gebäuden gingen weiter.

Mehr als 900 Verletzte

Bereits am Montag waren, wie berichtet, ein 3-jähriges Mädchen 65 Stunden und eine 14-Jährige 58 Stunden nach dem Erdbeben aus den Trümmern gerettet worden.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Bei dem schweren Beben vom Freitagnachmittag in der Ägäis waren Teile der Westtürkei und auch Griechenlands erschüttert worden. Nach neuesten Angaben kamen mehr als 100 Menschen in der Türkei ums Leben; mehr als 900 wurden verletzt. STOL hatte berichtet.

Auf der griechischen Insel Samos wurden zwei Jugendliche von Trümmern einer einstürzenden Mauer erschlagen. Das Zentrum des Bebens lag den Behörden zufolge im Meer vor der türkischen Provinz Izmir. Die türkische Katastrophenbehörde gab die Stärke mit 6,6 an, die US-Erdbebenbehörde USGS sogar mit 7.

In der Türkei verlaufen mehrere Verwerfungslinien. Das Land wird immer wieder von schweren Erdbeben erschüttert. Erst im Januar waren bei zwei Beben in den osttürkischen Städten Elazig und Malatya mehr als 40 Menschen getötet worden.

dpa/stol

Schlagwörter: