Mittwoch, 30. Oktober 2019

Mafia-Besitztümer in Milliardenhöhe beschlagnahmt

Italien setzt im Kampf gegen die Mafia immer stärker auf die Konfiszierung illegal angesammelter Besitztümer. So wurde in diesem Jahr Vermögen im Wert von 2,7 Milliarden Euro aus dem Besitz der organisierten Kriminalität beschlagnahmt.

Unter anderem wurde die Villa des Bauunternehmers Benedetto Valenza in Partinico bei Palermo im Zuge von Antimafia-Ermittlungen beschlagnahmt.
Unter anderem wurde die Villa des Bauunternehmers Benedetto Valenza in Partinico bei Palermo im Zuge von Antimafia-Ermittlungen beschlagnahmt. - Foto: © ANSA / us Vigili del Fuoco

5166 Immobilien, Unternehmensbeteiligungen und Fahrzeuge wurden konfisziert, berichtete Innenministerin Luciana Lamorgese am Mittwoch vor dem Parlament in Rom.

1119 Ex-Mafiosi, die sich zur Zusammenarbeit mit der Justiz entschlossen haben, sowie 4257 Angehörige stehen unter Polizeischutz. Die Regierung unterstütze die Polizei bei Investitionen im Bereich neuer Technologien, um die Ermittlungen effizienter zu gestalten, sagte Lamorgese.

Die Ndrangheta, die Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, sei die stärkste kriminelle Organisation der Welt, die auch im Rest Europas sowie in Südamerika stark verankert sei.

Sie kontrolliere den globalen Drogenhandel und investiere die daraus resultierenden Einnahmen in der „legalen Wirtschaft“, berichtete die Ministerin. Diese Organisation sei auch in Norditalien stark präsent.

Die sizilianische Cosa Nostra sei im Vergleich zu früher weniger stark, da mehrere prominente Bosse festgenommen wurden. Sie bleibe jedoch weiterhin „dynamisch und gefährlich“.

Auch die Camorra, die Mafia im Großraum von Neapel, sei dank ihrer ausgedehnten Interessen im Bereich Drogen- und Waffenhandel, Erpressungen, Betrügereien mit EU-Finanzierungen und illegaler Müllentsorgung stark, erklärte die Ressortchefin.

apa

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