Nahezu jeder zweite Tag wurde vom Landeswetterdienst als sogenannter Regentag klassifiziert, d.h. als ein Tag mit einer Niederschlagsmenge von über 1 Millimeter.In Bozen fielen im Mai insgesamt 160 Millimeter Niederschlag und damit das Doppelte als im langjährigen Mittel.„Der Grund für das kühle Maiwetter liegt in der häufigen Kombination aus Kaltfronten und Mittelmeertiefs, die sowohl kühle als auch feuchte Luftmassen nach Südtirol herangeführt haben“, sagt der Meteorologe Dieter Peterlin.Wintereinbruch am 24. MaiDas markanteste Wetterereignis war ein kräftiger Wintereinbruch am 24. Mai.Solche Kaltluftvorstöße sind laut Meteorologen in der zweiten Maihälfte eigentlich keine Seltenheit, allerdings war „die Intensität des heurigen Wettersturzes doch recht ungewöhnlich mit einer Neuschneemenge von über 60 Zentimeter in den Dolomiten", meint Peterlin.In Bozen hat der Wetterdienst des Landes im Mai eine mittlere Temperatur von 16,1 Grad Celsius gemessen, der langjährige Durchschnitt beträgt hier 17,7 Grad Celsius.Auch im restlichen Land lagen die Temperaturen um rund 1,5 Grad Celsius unter dem Vergleichswert.Kühler FrühlingAm 31. Mai geht der meteorologische Frühling zu Ende.Der relativ freundlichste und mildeste Monat war der April mit einigen frühsommerlich warmen Tagen. Der März verlief hingegen wie schon der Mai relativ nass und kühl.Damit war auch der gesamte Frühling kühler als normal und im Großteil des Landes viel zu nass.Bozen: 80 Prozent mehr RegenDurchschnittliche Regenmengen wurden nur im mittleren Pustertal und im Obervinschgau registriert, in den anderen Landesteilen reicht der Niederschlagsüberschuss von 30 Prozent in Brixen bis zu 80 Prozent in Bozen.In der Landeshauptstadt reiht sich der Frühling mit einer Niederschlagssumme von 300 Millimeter auf Platz 3 der nassesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen (1921) ein.Südtirols niederschlagsreichste Gegend war im Frühling das Rosengarten-Latemar Gebiet mit über 500 Millimeter Niederschlag.Trübster Frühling seit 1999Zu den hohen Regenmengen passt laut Wetterdienst auch das Defizit an Sonne.Dieser Frühling war der trübste seit dem Jahre 1999, in der Landeshauptstadt Bozen wurden nur 500 Sonnenstunden gezählt, in den vergangenen zwei Jahren schien die Sonne hingegen zwischen 700 und 800 Stunden lang.Ein „zu warmer“ Sommer?Ein Ausblick auf den Sommer lässt sich schwer geben.Laut Berechnungen des Europäischen Vorhersagezentrums (ECMWF) in England liegt die größte Wahrscheinlichkeit des heurigen Sommers in einem eher „zu warmen" Sommer.„Doch die Zuverlässigkeit solchen Prognosen sind noch sehr gering, auch der zu Ende gehende Frühling hätte laut Prognosen nämlich etwas zu warm werden sollen", sagt Peterlin.stol