„Es braucht eine zusätzliche Bindung, die auch ewig sein kann“, meint Niederkofler. <BR /><BR />Der Immobilienmakler klinkt sich in die Debatte um auslaufende Bindungen im Wohnbau ein. „Wenn Leute, die vom Land keinen Euro erhalten haben, ein Leben lang gebunden sind, läuft etwas schief“, so Niederkofler.<BR /><BR /> Beispiel sei die Ausweisung einer Wohnbauzone auf der grünen Wiese. 60 Prozent der Flächen seien dabei für den geförderten Wohnbau an die Gemeinde abzutreten. Vom Preis des Baugrundes von rund 1.200 Quadratmeter in Bruneck zahle ein Bauwerber im geförderten Wohnbau nur ein Viertel, sprich 300 Euro. Alles andere werde ihm vom Land erlassen oder rückerstattet, sagt Niederkofler. Auch bei den Erschließungskosten käme er mit einem 60-prozentigen Nachlass davon.<BR /><BR />Ganz anders sei die Ausgangslage für jene, die ihren Traum von den eigenen vier Wänden auf jenen 40 Prozent der Fläche verwirklichen, die frei sind für Private. Sie zahlen mit 1.500 bis 1.800 Euro (immer Bruneck) das Sechsfache des Preises für den Baugrund und müssen auch die Erschließungskosten zur Gänze aus eigener Tasche bestreiten.<BR /><BR />„Nach 20 Jahren sind beide Wohnungen aber gleichgestellt“, so Niederkofler. Im geförderten Wohnbau sei die vom Land auferlegte Sozialbindung mit der Auflage, selbst in der Wohnung zu leben, abgelaufen. Übrig blieben zwei Wohnungen, die beide konventioniert, d. h. für Ansässige reserviert sind. <BR /><BR />„Obwohl der eine seine geförderte Wohnung dank großzügiger Unterstützung des Landes um 600.000 Euro gebaut hat und der andere keinen Cent erhielt, bleibt auch der Letztere der beiden ein Leben lang mit der ewigen Konventionierung gebunden“, so Niederkofler. Das sorge für sehr viel Unmut. Fazit: Es brauche im geförderten Wohnbau eine „zusätzliche Bindung, die auch ewig sein kann“, fordert Makler Niederkofler.<BR /><BR />Verwundert zeigt sich der Landeshauptmann. „Interessant, dass gerade von einem Makler die Forderung nach weiteren Einschränkungen kommt – allerdings sollte die dann nur bei den anderen greifen“, meint Arno Kompatscher. Die finanzielle Unterstützung im Wohnbau gebe es nur für jene, die genaue Kriterien beim Einkommen erfüllen und noch keine andere Wohnung haben. Eine Sozialbindung von 20 Jahren sei zudem eine starke Auflage. <BR /><BR /> Allemal werde das Land bei seinen Bemühungen, günstigen konventionierten Wohnraum für Ansässige zu schaffen, in Zukunft viel stärker als bisher auf gemeinnützigen Wohnbau setzen. „Da bleibt das Eigentum bei gemeinnützigen Stiftungen oder Gemeinden, und die Debatte erübrigt sich“, so Kompatscher.