Mittwoch, 06. September 2017

Malaria: „Mädchen hatte unheimliches Pech“

Weder im Trentino noch in Südtirol hat es je eine autochthone Malaria-Ansteckung - sprich eine Ansteckung vor Ort - gegeben. Wie also konnte sich das 4-jährige Mädchen aus dem Trentino anstecken?

Wie kann es sein, dass ein 4-jähriges Mädchen aus Trient in Italien von Malaria infiziert wurde?
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Wie kann es sein, dass ein 4-jähriges Mädchen aus Trient in Italien von Malaria infiziert wurde? - Foto: © shutterstock

Ganz Italien ist fassungslos: Ein 4-jähriges Mädchen aus Trient, das noch nie in ein Malaria-Gebiet gereist ist, starb am Montag völlig überraschend an ebendieser Krankheit (STOL hat berichtet).

Für Dr. Anna Maria Bassot, Vizedirektorin des Amtes für Hygiene und öffentliche Gesundheit im Gesundheitsbezirk Bozen, kann nur eine importierte, Malaria-infizierte Anopheles-Mücke das Trentiner Mädchen gestochen haben.

Das berichtet sie im Interview mit dem Tagblatt „Dolomiten“.

„D“: Wie wahrscheinlich ist es, dass sich das Mädchen über die 2 Malaria-infizierten Kinder aus Burkina Faso angesteckt hat?

Dr. Bassot: Also alles reine Hypothese: Ich nehme an, dass diese Einwanderer-Kinder über die Notaufnahme ins Trienter Krankenhaus gekommen sind, aber damit nicht genug. Es bräuchte auch eine Anopheles-Mücke, die den Kindern auf dem Weg von der Notaufnahme ins Krankenzimmer gefolgt ist, sie gestochen und danach das Mädchen gestochen und infiziert hat. Sehr viel an Hypothesen.

„D“: Das Mädchen war am Meer in Bibione. Dort sollte es auch keine Anopheles-Mücke geben?

Dr. Bassot: Nein. Aber dort gibt es in der Nähe den Flughafen von Venedig. Denn der Import von Anopheles-Mücken kann per Flugzeug oder Schiff erfolgen, in Gepäckstücken oder im Verpackungsmaterial. Anopheles-Mücken können bis zu 2 Kilometer Distanz zurücklegen. In Rom im Umkreis des Flughafens Fiumicino hat es mehrere Malaria-Fälle gegeben. Wie dem auch sei, dieses kleine Mädchen hatte ein unglaubliches Pech. Noch dazu wurde sie mit der schwersten Form von Malaria infiziert.

lu

Das ganze Interview, eine Sonderseite und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol