Mittwoch, 21. Februar 2018

Malariafall Sofia: Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Im Fall der kleinen Sofia, die, wie berichtet, im September 2017 an Malaria starb, wurde am Dienstag eine Person wegen fahrlässiger Tötung angezeigt, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Mittwoch.

Die Staatsanwaltschaft hat nun gegen eine Person Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben.
Die Staatsanwaltschaft hat nun gegen eine Person Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. - Foto: © shutterstock

Wie berichtet, war die 4-Jährige Anfang September 2017 mit hohem Fieber ins Krankenhaus Santa Chiara in Trient eingeliefert worden. Dort wurde sie umgehend in die Abteilung für tropische Krankheiten gebracht, wo bereits 2 Mädchen aus Burkina Faso behandelt wurden. Sie waren mit Malaria infiziert.

Der Gesundheitszustand des Mädchens verschlechterte sich rapide, bis es schließlich starb - an Malaria. Seither beschäftigte die Behörden die Frage, wie das Mädchen sich anstecken konnte. Weder hatte es ein malariagefährdetes Gebiet bereist, noch wies es Mückenstiche auf. Und auch wenn: In Italien ist die Anopheles-Mücke, die diese Art von Malaria überträgt, nicht heimisch.

Infizierte Nadel

So kam bereits im September der Verdacht auf, dass sich das Mädchen möglicherweise im Krankenhaus infiziert hatte - immerhin starb es an genau der Malaria, an der die beiden afrikanischen Mädchen erkrankt waren. Während die beiden Mädchen sich jedoch wieder erholten, starb Sofia an der Krankheit.

Die Staatsanwaltschaft prüfte seitdem, ob die Krankheit über eine infizierte Nadel übertragen wurde, der Verdacht auf menschliches Versagen erhärtete sich zunehmend.

Zurückhaltung bei Nennung des Namens des Angeklagten 

Der Chefermittler der Staatsanwaltschaft, Marco Gallina, erklärte schließlich am Dienstag, dass die Indizien ausreichend seien, um eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen eine Person aus den Reihen des Klinikpersonals zu erheben. Um wen es sich dabei handelt, ist noch nicht bekannt. 

Dieser Schritt, Anklage zu erheben, bringt uns weiter, hilft uns die Sachverhalte zu fokussieren. Wir befinden uns in einer Phase der Ermittlungen, die enormes wissenschaftliches als auch menschliches Gespür verlange, so Gallina.

stol

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