Dienstag, 17. Oktober 2017

Malta: Mahnwachen für getötete Journalistin Caruana Galizia

Nach dem Autobombenanschlag auf die regierungskritische Journalistin und Bloggerin Daphne Caruana Galizia auf Malta haben mehrere tausend Menschen an Mahnwachen teilgenommen.

Trauer in Malta.
Trauer in Malta. - Foto: © APA/AFP

In der Stadt Sliema im Nordosten der Mittelmeerinsel hielten die Teilnehmer einer Mahnwache am Montagabend Kerzen in den Händen, sie legten Blumen und Beileidsbekundungen nieder.
„Wenn die Menschen ihre Regierung fürchten, ist das Tyrannei, wenn die Regierung die Menschen fürchtet, ist das Freiheit“, war auf einem Schild zu lesen, das mit Blumen und Kerzen am Straßenrand hinterlassen wurde.

Die 53-jährige Caruana Galizia war am Montag durch eine Autobombe getötet worden. (STOL hat berichetet) Der Sprengsatz riss ihr Auto in Stücke, die Journalistin wurde Augenzeugenberichten zufolge auf ein nahegelegenes Feld geschleudert. Sie hinterlässt einen Ehemann und drei Söhne.

Caruana Galizia hat Korruptionsvorwürfe erhoben

Caruana Galizia hatte mehrfach Korruptionsvorwürfe gegen Vertraute von Regierungschef Joseph Muscat erhoben und mit ihren Berichten erreicht, dass Muscat wegen der Vorwürfe im Zusammenhang mit den „Panama Papers“ vorgezogene Neuwahlen ansetzte. Aus der vorgezogenen Parlamentswahl im Juni ging Muscats Arbeiterpartei trotz der Korruptionsvorwürfe als Siegerin hervor.

Muscat sprach nach dem Attentat auf die Journalistin von einer „barbarischen“ Tat und einem „schwarzen Tag für unsere Demokratie und unsere Meinungsfreiheit“. Der Mitte-Links-Politiker wies die Sicherheitskräfte an, die Täter zu finden und vor Gericht zu bringen. Jeder wisse, dass Caruana Galizia eine scharfe Kritikerin von ihm gewesen sei, doch könne niemand einen solch „barbarischen“ Akt rechtfertigen.

apa/afp

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stol