Samstag, 07. Januar 2017

Mann aus Kalterer See geborgen

An der Uferböschung des Kalterer Sees ist am Samstagnachmittag eine 52-jähriger Mann nach einer Unachtsamkeit in das Wasser gefallen. Glücklicherweise gelang es ihm, sich an der Eiskante festzuhalten, so dass er nach wenigen Minuten aus dem kalten Wasser geborgen werden konnte.

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Foto: © STOL

Der Mann aus Tramin wurde im Anschluss an die Rettungsaktion mit mittelschweren Verletzungen von einem Rettungstransportwagen des Weißen Kreuzes ins Krankenhaus nach Bozen gebracht.

Er sei zwar jederzeit ansprechbar gewesen sein, doch dürfte er einen schweren Schock erlitten haben, teilten die Rettungskräfte mit. Es sei den Passanten zu verdanken, die umgehend und gut reagiert hätten, dass der Mann so schnell gerettet worden sei.

Neben dem Weißen Kreuz waren auch die Freiwilligen Feuerwehren von St. Josef am See, Mitterdorf und Unterplanitzing sowie die Taucher der Freiwiligen Feuerwehren des Bezirks Bozen im Einsatz. Der Rettungshubschrauber Pelikan 2 konnte glücklicherweise noch in der Luft wieder umkehren.

See birgt Gefahren

Am Samstag hatten sich Dutzende Personen auf das Eis des Kalterer Sees gewagt. Obwohl derzeit die kältesten Temperaturen seit Jahren herrschen und das Eis sicher scheint, birgt es doch Gefahren. Schließlich sei der See ein natürliches Gewässer, dessen Strömungen, unterirdische Quellen und Algen es erschweren würden, dass sich eine gleichmäßig dicke Eisschicht bildet, so die Rettungskräfte gegenüber Stol. Normalerweise sei eine Eisschicht von 5-8 cm als sicher einzustufen. Doch sei dies aufgrund dieser Faktoren am Kalterer See schwer festzustellen.

Deshalb sei immer allergrößte Vorsicht geboten.

Die Tips der Berufsfeuerwehr:

Jeden Winter brechen Kinder und Erwachsene auf Eisflächen ein.
Eine Person kann sich dann in der Regel nur drei Minuten über Wasser halten.
So können Sie vorbeugen:

- Achten Sie auf Verbotsschilder und beachten Sie die Warnungen in den Medien.

- An öffentlichen Gewässern begeben sie sich auf eigen Gefahr auf die Eisflächen!!

- Lassen Sie Kinder eine Eisfläche nicht unbeaufsichtigt betreten.

- Tauwetter kann die Tragfähigkeit des Eises schnell beeinträchtigen!..

- Schätzen Sie vor Betreten der Eisfläche die Tragfähigkeit ab. Die Stärke der Eisdecke sollte ausreichend dick sein.
 
Besondere Vorsicht ist geboten an Brückenpfeilern, Schilf und ähnlichen Objekten, die das Eis durchbrechen.
 
Gehen Sie nie auf Eisflächen von fließenden Gewässern.
 
Wasserflecken und Verfärbungen können Hinweise auf brüchige Stellen sein.

Verwenden Sie sogenannte "Eisretter" als Selbstschutz.

So können Sie helfen:

Alarmieren Sie sofort die Feuerwehr/Wasserrettung und den Rettungsdienst.
(Der richtige Notruf 115 oder 118).
Nähern Sie sich dem Eingebrochenen liegend, mit einer möglichst großen Auflagefläche. Am besten mit einer Leiter oder einem Brett. Oft stehen an bestimmten Gewässern Rettungsgeräte zur Verfügung (Rettungsring mit Seil)
Reichen Sie eingebrochenen Personen Rettungsgeräte oder andere Gegenstände (z.B. Kleidungsstücke, Stangen, Ast, Abschleppseil usw.).

Vorsicht! An der Einbruchstelle ist das Eis - auch für Sie - sehr brüchig.

stol/kls

stol