Sonntag, 25. September 2016

Mann der Extreme: Nonstop vom Brenner bis Salurn

Hermann Schaiter ist ein Mann der das Extreme liebt. Der Läufer aus St. Georgen geht immer an seine Grenzen - und manchmal darüber hinaus. Spätestens bei seinem 294-Kilometer-Lauf vom Reschen bis nach Winnebach hat er das auch einer breiten Masse, außerhalb der Südtiroler Läufergemeinde, bewiesen. Bald wird er 70 Jahre alt. Das nimmt der Pusterer zum Anlass seine Laufschuhe zu schnüren und eine weitere nonstop Landesquerung zu wagen. Dieses Mal von Nord nach Süd.

Hermann Schaiter (in der Bildmitte, mit grauem Windstopper und grünem T-Shirt) während seines 294-Kilometer-Laufes vom Reschen nach Salurn.
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Hermann Schaiter (in der Bildmitte, mit grauem Windstopper und grünem T-Shirt) während seines 294-Kilometer-Laufes vom Reschen nach Salurn.

"In der Nacht von Montag auf Dienstag, um Mitternacht, wird Hermann am Brenner starten und die 135 Kilometer lange Strecke in Angriff nehmen", erzählt Sepp Mairvongrasspeinten, ein Freund, Unterstützer und Haupt-Koordinator von Schaiters Vorhaben.

Neben Mairvongrasspeinten wird der Läufer aus St. Georgen auch vom Südtiroler Laufverein, dessen Mitglied er ist, tatkräftig unterstützt. Schaiter wird durch Sterzing, Franzensfeste, am Brixner Dom vorbei, durch Bozen bis nach Salurn laufen. "Eingeplant ist, dass er zwischen 15:30 und 16:30 Uhr das Ziel erreicht", sagt Mairvongrasspainten. "Natürlich wenn alles nach Plan läuft."

Das vermeintlich Unmögliche möglich machen

Die Idee für die erneute nonstop Landesdurchquerung soll dem Pusterer eher spontan gekommen sein. "Er wollte es, zu seinem 70. Geburtstag, einfach noch einmal allen zeigen. Dass Ärzte und Kollegen seine Vorhaben für unmöglich und waghalsig halten, hat ihn noch nie davon abgehalten", sagt sein Läufer-Freund. "Eher spornt ihn so etwas noch an."

So war es auch am 16. April diesen Jahres, als Hermann Schaiter den Lauf vom obersten Vinschgau bis ins östlichste Eck des Pustertales ohne Unterbrechung bewältigte. Viele hatten das Unterfangen für unmöglich gehalten, vor allem im stolzen Alter von 69 Jahren.

Ein glücklicher Mann: Hermann Schaiter nach der West-Ost-Durchquerung Südtirols.- Foto: mt

Er hat es, allen Widrigkeiten und Zweiflern zum Trotz dennoch geschafft. 32 Stunden und 50 Minuten benötigte er damals für die gut 294 Kilometer lange Strecke.

"Der Hermann läuft eigentlich immer und überall"

Im letzten Monat hat Hermann Schaiter intensiv auf die Nord-Süd-Durchquerung Südtirols hintrainiert. Rund 500 Kilometer hat er absolviert. Als weiteste Einzelstrecke ist er die 80 Kilometer von St. Georgen nach Lienz gelaufen.

Wobei man bei dem bald 70-Jährigen nicht von gezielter Vorbereitung sprechen könne, meint sein Freund Mairvongrasspeinten. "Der Hermann, der läuft eigentlich immer und überall", sagt er. "Wenn sich andere in der Mittagspause bei der Arbeit - verdientermaßen - auf die faule Haut legen, zieht er sich kurzerhand die Turnschuhe an und macht ein paar Kilometer."

Eine Kämpfernatur

Zusätzlich zu den Laufstrecken macht Schaiter Gymnastik um seinen Körper belastbar und beweglich zu halten. "Hauptsächlich arbeitet er jedoch mit dem Kopf", erzählt Hermann Schaiters Unterstützer. "Wenn es beim Laufen im Bein oder sonst wo zwickt, dann kämpft er sich durch. Bis es eben wieder einwandfrei funktioniert."

Streckenverlauf und Zeitplan des Laufes vom Brenner nach Salurn. Die Ankunft ist zwischen 15:30 und 16:30 Uhr geplant. - Foto: mt 

In der Nacht von Montag auf Dienstag geht die Kämpfernatur sein nächstes großes Rennen an. Wer Hermann Schaiter bei seinem Lauf vom Brenner bis Salurn begleiten möchte - auf der ganzen Strecke oder auch nur auf Teilstücken - kann das tun. "Jeder der an sich glaubt, und denkt so etwas bewältigen zu können, ist eingeladen mich zu begleiten", wird der St. Georgener zitiert. Elf Mitläufer sollen sich schon angemeldet haben.

stol/bfk

stol