Die Geschichte zeigt, wie wichtig Erste Hilfe ist – sie entscheidet im Ernstfall über Leben und Tod. <BR /><BR />Es ist kurz nach Mittag, als wir David Unterholzner, 37 Jahre alt, gebürtig aus Völlan und seit 3 Jahren Pächter der Dusler Alm in Villnöß, am Telefon erreichen. Unterholzner steht gerade in der Küche, kocht wie immer um die Mittagszeit für seine Gäste – und doch: Ein ganz normaler Sonntag im August sieht anders aus, denn Unterholzner war maßgeblich daran beteiligt, einem seiner Gäste das Leben gerettet zu haben. <h3> Mann liegt ohne Bewusstsein am Boden </h3>Was war geschehen? Es ist kurz vor 10 Uhr, ein entspannter Sonntagvormittag auf der Terrasse der Dusler Alm, als es innerhalb weniger Sekunden um Leben und Tod geht. Unterholzer schildert am Telefon, was passiert ist: „Der Gast hatte mit seiner Begleitung einen Saft bestellt, und als ich den beiden nach ein paar Minuten das Getränk auf die Terrasse bringen wollte, lag der Mann bewusstlos am Boden.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1057911_image" /></div> David Unterholzner setzte sofort den Notruf ab, wählte die Nummer 112. Dann ging alles ganz schnell: „Ich habe das Hemd des Mannes hochgeschoben und sofort mit der Herzdruckmassage begonnen. Der Mann hatte keinen Puls mehr und ich wusste: Jetzt hilft nur noch pumpen.“ <BR /><BR />Das Leben des 59-Jährigen hing am seidenen Faden, der Puls war einmal spürbar, dann wieder nicht mehr, erinnert sich Unterholzner. Bis zum Eintreffen des Notarzthubschraubers Pelikan 1 unterstützten auch 2 Gäste der Hütte Unterholzner bei der Wiederbelebung des Mannes. <h3> Lob von der Notärztin</h3>Dr. Elisabeth Gruber ist Notärztin und stellvertretende Primarin der Abteilung für Notfall-, Anästhesie- und Intensivmedizin des Krankenhauses Bozen und war gestern Vormittag als diensthabende Ärztin an Bord des Notarzthubschraubers Pelikan 1. Auf Nachfrage erklärt Dr. Gruber: Der Patient hatte großes Glück, die Laienanimation der Leute vor Ort war in diesem Fall lebensrettend. Wird nichts unternommen, kann dem Patienten bereits nach wenigen Minuten eine schwerste Hirnschädigung erleiden oder sterben“, so Dr. Gruber. <BR /><BR />Die Landesnotrufzentrale kann die Laienreanimation vor Ort dadurch unterstützen, dass telefonisch Anweisungen zur richtigen Durchführung einer Wiederbelebung gegeben werden können. <h3> Jede Sekunde zählt</h3>Dr. Gruber erklärt an dieser Stelle auch, wie anstrengend eine Herzdruckmassage für den Laien ist, schließlich muss der Brustkörper mindestens 5 Zentimeter nach innen gedrückt werden, damit die Reanimation Aussicht auf Erfolg hat, und das Gehirn ausreichend durchblutet wird. <BR /><BR />Der 59-Jährige wurde vom Notarztteam des Pelikan 1 erfolgreich wiederbelebt und konnte schließlich in stabilem Zustand zur weiteren medizinischen Versorgung in das Krankenhaus von Bozen geflogen werden. Im Einsatz stand auch die Bergrettung Villnöß. <BR />In diesen Fällen ist die Zusammenarbeit der einzelnen Rettungsorgansationen und der Landesnotrufzentrale ausschlaggebend, um eine zielführende rasche Versorgung im Krankenhaus zu ermöglichen. <BR /><BR />Hüttenwirt David Unterholzner ist Mitglied der Feuerwehr Völlan und hatte bereits einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Im Nachhinein sagt er: „Ich habe einfach versucht zu helfen. Ich wusste nur – nichts tun, das ist garantiert das Falsche.“