Donnerstag, 15. August 2019

Maria Himmelfahrt: Seit 60 Jahren zweihöchster Landesfeiertag

Das Hochfest Maria Himmelfahrt, das auch Maria Aufnahme bzw. Maria Auffahrt in den Himmel genannt wird, geht auf das Jahr 431 zurück und wurde damals in der Ostkirche eingeführt. Im historischen Tirol ist der Hochunserfrauentag der zweithöchste Landesfeiertag. Schon der Passeirer Freiheitskämpfer Andreas Hofer hat dieses Fest hochgehalten, das immer am 15. August begangen wird.

Die Darstellung der Himmelfahrt Mariens auf dem Hochaltar der Tisner Pfarrkirche. Foto: Florian Mair (fm)
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Die Darstellung der Himmelfahrt Mariens auf dem Hochaltar der Tisner Pfarrkirche. Foto: Florian Mair (fm)

Maria Himmelfahrt ist eines der drei Hochfeste im Gedenken an die Gottesmutter im kirchlichen Jahreslauf. 

Der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel ist seit dem 6. Jahrhundert bezeugt und wurde 1950 von Papst Pius XII. als Dogma verkündet. 

Die damalige Regierung des Bundeslandes Tirol unter Landeshauptmann Hans Tschiggfrey erhob das Fest Maria Himmelfahrt im Jahr 1959 - also vor genau 60 Jahren - in Erinnerung an die Befreiung Tirols im Jahr 1809 zum zweiten Tiroler Landesfeiertag - mit dem Namen Hoher Frauentag. 

Der Brauch der Kräutersegnungen am 15. August geht auf den Kirchenvater Johannes von Damaskus zurück, der als Mönch um 700 im Kloster Mar Saba bei Jerusalem lebte.

Seiner Erzählung nach ist dem Grab Mariens in dem Augenblick, in dem Maria in den Himmel aufgenommen wurde, ein wunderbarer Duft wie von Kräutern und Blumen entstiegen.

Eine andere Legende erzählt, dass die Apostel das Grab Mariens noch einmal öffnen ließen. Dabei fanden sie nicht mehr den Leichnam, sondern Blumen vor.

Nach der Segnung der Kräuter am Hochunserfrauentag werden diese im Haus aufbewahrt, oft in Form von Kräuter-Sträußen.

Übrigens: „Schon das Patrozinium Maria Himmelfahrt deutet darauf hin, dass eine Pfarrei sehr alt ist“, sagte der Tisner Pfarrmesner Georg Schwabl vor kurzem dem Tagblatt "Dolomiten". „Es weist ganz klar auf eine Urpfarre hin.“ 

Grund für Schwabls Aussage ist die erste urkundliche Erwähnung der Pfarrei Tisens vor 825 Jahren in einer Urkunde von Bischof Konrad von Trient.

Urpfarren sind beispielsweise auch Mölten und Lana. 

Die Bevölkerung ist aufgerufen, die Tiroler Fahnen zu hissen. 

stol/fm

stol