Sonntag, 13. März 2022

Mariupol: 2100 Bewohner getötet – „Jeden Zentimeter des NATO-Gebiets verteidigen“

In der von russischen Truppen belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol sind nach Angaben der Stadtverwaltung seit Beginn der russischen Offensive bereits mehr als 2100 Einwohner getötet worden. Indes rücken die russischen Truppen immer näher an die NATO-Grenze.

Mariupol versinkt derzeit im Chaos. - Foto: © APA/afp / ARIS MESSINIS

Die russischen „Besatzer greifen zynisch und absichtlich Wohngebäude und dicht bevölkerte Gebiete an und zerstören Kinderkrankenhäuser und städtische Einrichtungen“, erklärte die Stadtverwaltung von Mariupol am Sonntag im Internetdienst Telegram.

Bis Sonntag seien bei russischen Angriffen 2187 Einwohner von Mariupol getötet worden.

„Werden jeden Zentimeter des Nato-Gebiets verteidigen“

Nach dem russischen Raketenangriff nahe der polnischen Grenze hat das US-Verteidigungsministerium nochmals betont, dass die Vereinigten Staaten und die Bündnispartner das Gebiet der Nato-Staaten im Angriffsfall verteidigen werden.

„Ein bewaffneter Angriff gegen einen wird wie ein bewaffneter Angriff auf alle bewertet“, sagte Sprecher John Kirby am Sonntag dem TV-Sender ABC mit Blick auf die Beistandspflicht der Nato-Partner. Dies sei auch der Grund, wieso die US- und Nato-Streitkräfte ihre Präsenz an der östlichen Grenze des Bündnisgebiets verstärkten, sagte er.


„Und wir haben es gegenüber Russland sehr klar gemacht, dass Nato-Gebiet verteidigt werden wird, nicht nur durch die Vereinigten Staaten, sondern auch durch unsere Verbündeten“, sagte Kirby. Er verwies darauf, dass es eine bestehende Leitung zum russischen Verteidigungsministerium gebe, um direkte Konflikte zu vermeiden.


Auch US-Präsident Joe Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan betonte am Sonntag im Gespräch mit dem Sender NBC, dass die USA „jeden Zentimeter des Nato-Gebiets verteidigen werden“. Das US-Militär werde aber nicht direkt in der Ukraine eingreifen, um eine Konfrontation mit Russland zu vermeiden, sagte er.

Bei einem Raketenangriff auf einen Truppenübungsplatzunweit der grenznahen ukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg) kamen am Sonntagmorgen mindestens 35 Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier.

apa

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