Mittwoch, 31. Juli 2019

Marmorierte Baumwanze bereitet Sorgen

Die Marmorierte Baumwanze breitet sich in Südtirol immer stärker aus. Sie ist ein Schädling, der Bauern sehr zu schaffen macht, da er ihre Ernten befällt und zum Teil zerstört. Für den Menschen ist die Wanze nicht gefährlich. Wie man seine Pflanzen davor schützt, erklärt Michael Unterthurner vom Beratungsring für Obst- und Weinbau.

Die Baumwanze ist im Vormarsch.
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Die Baumwanze ist im Vormarsch. - Foto: © shutterstock

Seit den ersten Funden der Marmorierten Baumwanze im Jahr 2016 hat sich der Schädling in Südtirol heimisch gemacht. „Diese invasive Art stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum“, erklärt Michael Unterthurner vom Beratungsring für Obst- und Weinbau. „Sie fühlt sich klimatisch sehr wohl und wird sich hier wohl noch länger aufhalten.“ Erstaunlich ist, wie die Wanze den weiten Weg zurückgelegt hat: im Verpackungsmaterial des Warentransports. Zuerst gelangte sie in die Schweiz, von da aus dann nach Mittelitalien. Im Moment breitet sie sich, transportiert in Verpackungen, in den Norden und Osten Europas aus.

Der Schädling hat ein weites Pflanzenspektrum, rund 200 Pflanzen können ihm als Wirt dienen. Er bevorzugt Obst und Gemüse (Tomaten, Bohnen oder Mais), da diese Früchte oberhalb der Erde haben. Alles, was dicke Knospen bzw. „bohnenartige Früchte“ besitzt, wie die Glyzinie oder die Esche, sind auch befallen. Die Einstichstellen, die die Wanze hinterlässt, deformieren Obst und Gemüse, lassen es faulen und machen es unverkäuflich.

Wo es technisch möglich ist, so Unterthurner, kann man auf Insektennetze setzen. Besonders die Randbereiche soll man schützen, dort können die Viecher nämlich hineinkrabbeln. Besonders in der Talsohle von Meran bis Salurn ist das Ungeziefer auch beim einfachen Gartenbesitzer zu finden. Wenn eine Pflanze davon befallen ist, soll man die Tierchen am besten einfach abschütteln, aufsammeln und entsorgen. Die Schädlinge sind langlebig; sie überwintern in den Wohnungen. Jedoch sind sie keine Krankheitsüberträger, für den Menschen also ungefährlich.

In Zukunft, sagt Michael Unterthurner, hofft man auf natürliche Gegner. Dafür würde sich eine japanische Schlupflarvenart gut eignen, die bei uns aber noch nicht heimisch ist. „Wir hoffen stark, dass sie sich hier aufbaut, so könnten wir das Problem auf natürlichem Wege in Grenzen halten.“

D/mrl

stol