In den Seitentälern des Landes wird bei weitem nicht so streng kontrolliert wie auf MeBo oder in Bozen. Das nutzen gar einige aus. Auch in Martell schalten viele den Turbo auch dann ein, wenn sie es nicht dürften.<BR /><BR /><BR /><BR />Hunderte von Fahrzeugen fahren bereits in der Früh durch das Martelltal in Richtung Schlanders und Latsch bzw. in die Gegenrichtung, berichtete Roland Gluderer im Marteller Gemeinderat. Er habe an und für sich auch nichts dagegen, denn es handle sich zumeist um Pendler, die zur Arbeit fahren oder um Baufirmen und Lieferanten, die in Martell beruflich zu tun haben.<BR /><BR />Leider fahren aber offenbar gar einige darunter alles andere als regelgerecht. Gluderer brachte den Punkt im Rat zur Diskussion und forderte seine Kollegen und Kolleginnen auf, darüber nachzudenken. Es gehe nicht an, dass z. B. Schwerfahrzeuge mit über 80 km/h durch 50er-Zonen brettern. Das sei gefährlich für Fußgänger und Radler, aber es werde auch zu einer großen Belastung für die Betriebe entlang der Landesstraße. <BR /><BR />Gluderer ist selbst Gastwirt und berichtete von Rückmeldungen anderer Wirte und Hoteliers, dass sich Gäste bereits massiv beschwert hätten. Das Rasen und Brettern samt dem vielen Lärm sei regelrecht existenzbedrohend geworden, stellte er fest.<BR /><BR /><b>Die Frage aller Fragen: Was tun?</b><BR /><BR />Gluderer forderte Maßnahmen. Er sei sicherlich kein Freund von Kontrollen und Strafen, aber auch das Fahren auf den Straßen müsse „mit Maß und Ziel erfolgen“, sonst gehe es nicht. <BR /><BR />Vom Rat kam durchaus Verständnis. Auch Bürgermeister Georg Altstätter und Gemeindereferent Andreas Rieder sagten, dass man sich bereits in der Vergangenheit das eine und andere überlegt habe – offenbar sei man damit aber nicht weit gekommen. „Her mit Vorschlägen“, brachte Bürgermeister Altstätter seine Meinung auf den Punkt. Er sei bereit, eine bereits einmal bestehende Kommission wieder einzusetzen. Diese könne sich dann Maßnahmen aller Art überlegen. „Dann können wir damit arbeiten“. <BR /><BR />Altstätter gab aber auch sogleich zu bedenken, dass z. B. Straßenverengungen im Winter zu Problemen mit der Schneeräumung führen können. Außerdem gebe es im Tal so etwas wie eine Polizeikontrollen-Meldeabteilung, wie er durchblicken ließ. „Sobald ein Ortspolizist irgendwo steht, weiß das in 5 Minuten jeder“.<BR /><BR /><b>Eines ist sicher: Alle müssen mitmachen</b><BR /><BR />Eines war für den Marteller Bürgermeister aber auch sonnenklar: Alle im Gemeinderat müssten bei der Sache mitmachen. Wer sich mit Verkehrsteilnehmern anlegt, indem er ihnen Radarboxen samt Strafen aufbrummt oder den Durchzugsverkehr mit baulichen Maßnahmen einschränkt, bekommt oft den geballten Zorn der derart Drangsalierten zu spüren. Und darauf habe er keine Lust, sagte Altstätter offen heraus. Entweder alle Ratsmitglieder zögen hier an einem Strang, sonst könne man es auch sofort lassen. Er wolle sich jedenfalls nicht als einziger dann den Vorwürfen von Schikane und Willkür aussetzen müssen. <BR /><BR />Konkrete Maßnahmen wurden im Gemeinderat noch nicht beschlossen. Man will zuerst einmal versuchen, präventiv zu arbeiten. Daher wurde in den Raum gestellt, im Gemeindeblatt eine Art von Sensibilisierungstext zu verfassen – in der Hoffnung, dass dieser die Raser und Amateur-Formel 1-Fahrer zum Umdenken bringt. Aber auch in diesem Fall gilt wohl: Die Hoffnung stirbt zuletzt.<BR />