Montag, 13. März 2017

Marzipan-Erpresser von Kiel zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt

Der Marzipan-Erpresser von Kiel ist zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Kiel sah es am Montag nach nur einem Prozesstag als erwiesen an, dass der 38-Jährige im September 2016 auf Schulhöfen in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt mit Insektiziden vergiftete Marzipanherzen ausgelegt hatte.

Der Marzipan-Erpresser hatte im vergangenen September mehrere Tage lang die Bevölkerung von Kiel in Angst versetzt.
Der Marzipan-Erpresser hatte im vergangenen September mehrere Tage lang die Bevölkerung von Kiel in Angst versetzt. - Foto: © APA/DPA

Damit habe der Mann seiner Forderung Nachdruck verleihen wollen, von dem Unternehmen Coop drei Millionen Euro in der Internetwährung Bitcoin zu erpressen, sagte der Vorsitzende Richter. Er betonte, das Besondere an diesem Fall sei, dass die Gesundheit von Schulkindern als Druckmittel eingesetzt wurde: „Die halbe Stadt war beunruhigt.“

Zuvor hatte er sog. Marzipan-Erpresser vor Gericht zugegeben, vergiftete Marzipanherzen an Kieler Schulen ausgelegt zu haben. Es tue ihm leid, dass er Eltern und Kinder verunsichert habe, ließ der 38 Jahre alte Angeklagte am Montag über seinen Anwalt vor dem Landgericht erklären. Er habe niemandem schaden wollen.

Der Mann war am 19. September in seiner Kieler Wohnung von einem Spezialkommando festgenommen worden. Laut Anklage hatte er seit dem 8. September rund 20 Droh-Mails verschickt.

apa/dpa

stol