„Für die Öffnung eines solchen Tui-Na-Massagesalons braucht es keine Lizenz. Es genügt eine Meldung der Handelskammer an die jeweilige Gemeinde. Es braucht auch sonst keine Voraussetzungen, keine Ausbildung“, schickt Bürgermeisterin Katharina Zeller voraus. <BR /><BR />In Meran sind derzeit sieben solcher Betriebe gemeldet, die diese chinesischen Massagen anbieten, vier davon seien auch aktiv. „Wenn man die Internet-Seiten anschaut, sind es sehr eindeutige Angebote und ersichtlich wird, dass es sich um Prostitution handelt. Es wird beispielsweise hervorgehoben, dass es einen Hintereingang gibt und auch die Fotos sprechen eine eindeutige Sprache“, so Zeller. <BR /><BR />Aber, so Zeller weiter, „Prostitution ist nicht verboten. Zuhälterei sprich die Ausbeutung von Frauen sehr wohl. Aber dies nachzuweisen, ohne dass die Frauen dies offen sagen oder gar anzeigen, ist äußerst schwierig. Die Bürger beobachten weiters, dass nur Männer diese Salons betreten und die Frauen, die dort arbeiten, zudem immer wieder verschoben werden“, sagt Bürgermeisterin Katharina Zeller. <BR /><BR />Welche Handhabe hat da eine Gemeinde? „Als Gemeinde haben wir keine Möglichkeiten. Aber mit Hilfe des Arbeitsinspektorates und des Hygieneamts und in Zusammenarbeit mit der Polizei können wir schauen, ob die Regeln eingehalten werden. Ich habe den Quästor bereits informiert“, sagt die Meraner Bürgermeisterin. In Absprache mit der Polizei wolle man diese Einrichtungen im Auge behalten. „Wir wollen schauen, ob und wie wir einen Hebel finden, sicherzustellen, dass hier nicht das Gesetz verletzt wird und Frauen ausgebeutet werden“, so Zeller. Sie habe zudem ein Treffen mit Vertretern des Projekts „Alba“, das sich mit Prostitution befasst, um zu hören, ob sie diesbezüglich Erfahrungen haben.<h3> Interview mit Nachbarin</h3>Eine, die weiß, wovon sie redet, ist die Meranerin Heidi Dubis. Sie wohnt in einem Haus, in dem ein solcher Massage-Salon arbeitet.<BR /><b>Frau Dubis, in Ihrem Mehrfamilienhaus befindet sich ein Massagesalon. Was bedeutet das?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Heidi Dubis: Das bedeutet, dass die Frauen, so wie es ausschaut, drinnen übernachten, kochen – dort rund um die Uhr leben. Nach ein paar Wochen werden sie mit anderen Asiatinnen ausgetauscht. Sie haben mir selbst bestätigt, dass der „Capo“ entscheidet, wann sie wechseln. Sie konnten mir aber keinen Grund nennen.<BR /><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz><b>Was bedeutet das für die Hausbewohner?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Dubis: Auffällig war, dass ich in den vier Jahren gesehen habe, dass Frauen den Massagesalon betreten hätten. Es ist ein eigenartiges Verhalten der Männer, die kommen. Sie schauen nach rechts und links, und betreten den Salon erst, wenn die Straße leer ist. Und dies zu jeder Tages- und Nachtzeit. Beliebt sind Mittagsstunden, sofern niemand auf der Straße ist. Dann geht die Tür einen spaltbreit auf, die Männer huschen hinein. Man sieht nicht, wer die Tür öffnet. <BR /><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz><b>Sie haben Anzeige erstattet. Hat das etwas gebracht?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Dubis: Nach meiner Anzeige ist es nach Mitternacht ruhig. Bis dahin standen auch Männer bis in die Morgenstunden an. Manche Hausbewohner stört das gar nicht, weil es insofern „schön ruhig“ ist. Man muss aber bedenken, dass auch Minderjährige im Haus wohnen. Was kriegen die für ein Frauen- und Männerbild, wenn es einen Ort gibt, wo Frauen 24 Stunden hinter zugeklebten Scheiben leben und dieser Ort nur von Männern besucht wird.<BR /><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz><b>Sie haben die Situation publik gemacht. Was erwarten Sie sich jetzt?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Dubis: Noch mehr und strengere Kontrollen, dass die Frauen auch befragt werden und dass eventuell Gesetze verändert werden. Denn bis jetzt ist die Gesetzeslage sehr schwammig, weil den Institutionen die Hände gebunden sind.