Mittwoch, 27. Januar 2021

Massenpanik: Turins Bürgermeisterin zu 18 Monaten Haft verurteilt

Die Bürgermeisterin von Turin, Chiara Appendino, ist gut 3,5 Jahre nach der Massenpanik mit 2 Toten und mehr als 1500 Verletzten während der Übertragung des Champions-League-Finales in Turin zu 18 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Neben der Bürgermeisterin wurden noch 4 weitere Angeklagte verurteilt, unter ihnen der ehemalige Polizeichef von Turin.

Chiara Appendino wurde zu einer Haftstrafe verurteilt.
Chiara Appendino wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. - Foto: © dpa
„Es ist eine Entscheidung, die ich akzeptiere und respektiere, auch für die Rolle, die ich gespielt habe“, schrieb Appendino in einem Post auf Facebook nach dem Prozess. Mit ihren Anwälten wolle sie gegen das Urteil in Berufung gehen, teilte sie weiter mit.

Es sei klar, dass sie das Unglück verhindert hätte, wenn sie die nötigen Mittel gehabt hätte, um vorherzusehen, was hätte passieren können.
Die Staatsanwaltschaft hatte der Politikerin der populistischen 5-Sterne-Bewegung und den anderen Angeklagten fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Am 3. Juni 2017 hatten sich mehr als 20.000 Menschen auf einem Platz in Turin das Spiel von Juventus Turin gegen Real Madrid auf einer Großleinwand angesehen. Warnungen wegen einer angeblichen Bombenexplosion hatten kurz vor dem Ende der Übertragung für Panik unter den Zuschauern gesorgt.

Unmittelbar danach war Appendino dafür kritisiert worden, nicht für die nötigen Sicherheitsvorkehrungen gesorgt zu haben. Fans hatten von vollkommener Planlosigkeit und versperrten Fluchtwegen berichtet.

dpa