<BR /> Ein bis zu 25 Meter tiefer Graben zieht sich durch Wohngebiete, eine kilometerlange Front könnte weiter absacken. Der Erdrutsch besteht inzwischen aus einem Hauptbruch mit zwei Bögen von jeweils rund vier Kilometern Länge sowie aus einer Absenkung, die senkrechte Abbruchkanten von bis zu 50 bis 55 Metern Höhe entstehen ließ. Mehrere Drohnen überwachen kontinuierlich die Lage an der Erdrutschfront. Bislang wurden glücklicherweise keine Todesopfer oder schweren Verletzungen gemeldet. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1267203_image" /></div> <BR /><BR />Die Erdrutsche, ausgelöst durch heftige Niederschläge in den vergangenen Tagen, dauern weiter an. Der Boden in dem Gebiet gilt aus geologischer Sicht als weich und instabil und droht weiter nachzugeben. <BR />Evakuierte Bewohner werden vorübergehend bei Angehörigen oder in Notunterkünften wie einer Sporthalle untergebracht. Die Zivilschutzbehörde entsandte zahlreiche Freiwillige nach Niscemi, um die Betroffenen zu unterstützen. Zudem organisierte sie den Transport von Hunderten Feldbetten aus Palermo, um die Unterbringung der Evakuierten in der Sporthalle sicherzustellen. <BR /><BR />Die Probleme für die Stadt sind enorm: Der Erdrutsch hat die Verbindungen zur Staatsstraße Gela-Catania unterbrochen. Drei der vier Zufahrtsstraßen nach Niscemi verlaufen durch das Erdrutschgebiet. Hinzu kommen Einschränkungen für Schulen, das Krankenhaus und das alltägliche Leben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1267206_image" /></div> <BR /><BR />Zivilschutzchef Fabrizio Curcio kündigte die Einrichtung einer sogenannten roten Zone an. Die betroffenen Gebiete könnten dauerhaft unbewohnbar bleiben. „Wer dort ein Haus hat, wird nicht zurückkehren können. Die Zahl der Evakuierten nimmt zu, weil der Erdrutsch nicht zum Stillstand gekommen ist. Die Erdrutschfront dringt immer weiter in die Stadt vor, und es wird zunehmend wichtiger, weitere Evakuierungen anzuordnen“, warnt der Leiter des Zivilschutzes, Fabio Ciciliano.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1267209_image" /></div> <BR />Niscemis Bürgermeister Massimiliano Conti ist erschüttert, er bezeichnet die Lage in der Stadt als „dramatisch“. Niscemi sei nahezu von der Außenwelt abgeschnitten, da mehrere wichtige Verkehrsachsen gesperrt wurden. „Wir haben Angst um uns und unsere Häuser. Letzte Nacht konnten wir bei Verwandten unterkommen, aber wir wissen nicht, wie es weitergeht“, berichtet ein Evakuierter. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1267212_image" /></div> <BR /><BR />„Ich habe mein Haus erst vor einem Jahr mit einem Darlehen gekauft. Heute weiß ich nicht, was daraus wird, denn es liegt im betroffenen Gebiet“, sagt der Lastwagenfahrer Francesco Blanco. „Es ist ein Erdrutsch, der deutlich schlimmer ist als jener von 1997. Ich habe mein Büro und mein Haus in der betroffenen Zone. Mit meiner Familie haben wir nur das Nötigste mitgenommen und alles andere zurückgelassen“, sagt der Anwalt Ennio Adamo.<BR /><BR />Der Ministerrat in Rom hat inzwischen den Unwetternotstand für die Regionen Sizilien, Sardinien und Kalabrien ausgerufen, um schnelle Hilfe und zusätzliche Ressourcen bereitzustellen. Die Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni stellte für die betroffenen Gebiete 100 Millionen Euro aus dem nationalen Notfallfonds zur Verfügung.