<BR />Die riesige Mure löste sich kurz nach 17 Uhr im Pleisserbach in Trafoi. „Nach dem großen Murstoß wurde der Eiswandfernerbach aufgestaut und staute bis zur Fußgängerbrücke zurück, die zur Wallfahrtskirche zu den Heiligen drei Brunnen führt“, fasste der Direktor des Amtes für Wildbach- und Lawinenverbauung West, Peter Egger, zusammen. <BR /><BR />Amtsdirektor Egger war umgehend mit Techniker Julius Staffler und Vorarbeiter Florian Hofer vor Ort. Während die Brücke gestern knapp frei blieb, war der Durchfluss am heutigen Freitag fast vollständig verklaust. Die Wildbachverbauung hat mit Unterstützung von zwei Baggern mit der Räumung begonnen. Allerdings, weist Peter Egger hin, ist das Material derzeit noch zu nass. Es muss abgewartet werden, bis es abtrocknet, um die Räumung vollständig durchführen zu können.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1349799_image" /></div> <BR /><BR />Auch vor rund drei Wochen, am 1. August, war zum wiederholten Mal eine Mure im Pleisserbach abgegangen. Die Wiederholung des Ereignisses ist darauf zurückzuführen, dass sich die Moränenfelder (Ansammlung von Schutt und Gestein an Gletschern, Anm. d. Red.) unter dem Ortler bei jedem stärkeren Regen in Bewegung setzen und sich zu Murgängen formen, erklärt Amtsdirektor Egger: Ursache ist der durch die Klimaerwärmung auftauende Permafrost, wodurch der vorher dauerhaft gefrorene Untergrund instabil wird.<BR /><BR />Das Kirchlein zu den Heiligen drei Brunnen, ein Marienwallfahrtsort aus dem 15. Jahrhundert, blieb bei diesem Murgang unversehrt. Bereits in der Vergangenheit hatte die Wildbachverbauung Maßnahmen zum Schutz dieses besonderen Ortes getroffen und unter anderem einen Ablenkdamm errichtet. Dadurch wurde auch diesmal größerer Sachschaden abgewendet.