Vor einem Monat hatte Bischof Ivo Muser Generalvikar Eugen Runggaldier damit beauftragt, gemeinsam mit dem diözesanen Dienst für den Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen sowie mit dem Fachbeirat die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in überschaubaren, konkreten Schritten auf den Weg zu bringen.<BR /><BR /><b>Betroffene sollen sich melden</b><BR /><BR />Eine der ersten konkreten Maßnahmen war die Einrichtung einer Expertengruppe, der Generalvikar Eugen Runggaldier, der Diözesanbeauftragte für Prävention, Gottfried Ugolini, sowie 2 unabhängige Fachleute angehören: die Rechtsanwältin Patrizia Vergnano und der Psychiater Giancarlo Giupponi. Fallweise können weitere Fachleute hinzugezogen werden. <BR /><BR />Beim ersten Treffen wurden einige schon bekannte Fälle überprüft. Sie betreffen beschuldigte Priester, deren Fälle dem Vatikan gemeldet wurden und abgeschlossen sind, und die nach wie vor in der Seelsorge mitarbeiten. <BR /><BR />In einem Fall von Autoritätsmissbrauch gegenüber einem Minderjährigen wurde festgestellt, dass die vollständige Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen noch aussteht. Die Diözese hatte nach Bekanntwerden des Falles vor etwa 30 Jahren sofort die vorgesehenen Schritte gesetzt und die Staatsanwaltschaft informiert. <BR /><BR /><b>Zum Schutz der Opfer wird Name des beschuldigten Priesters nicht veröffentlicht</b><BR /><BR />Aufgrund eines Hinweises wurde vor einigen Jahren der Fall noch einmal aufgegriffen und die Glaubenskongregation in Rom informiert. Für die Kongregation genügten die von Seiten der Diözese vorgesehenen Schritte, die aber bisher nicht komplett umgesetzt worden waren. Die vollständige Umsetzung der Maßnahmen ist nun durch die Diözesanleitung erfolgt. Zum Schutz des Opfers wird der Name des beschuldigten Priesters nicht veröffentlicht.<BR /><BR /><b>Die Kirche sieht sich in Verantwortung gegenüber den Betroffenen</b><BR /><BR />Die Expertengruppe wird weiterhin beratend dem Generalvikar zur Seite stehen und bei Bedarf auch den Verantwortlichen der Ordensgemeinschaften. Die Diözese ruft Betroffene auf, sich weiterhin bei der Ombudsstelle für Missbrauchsfälle in der Kirche zu melden, auch wenn deren erlittene Erfahrungen zeitlich weit zurückreichen.<BR /><BR /> Die Kirche sieht sich in Verantwortung gegenüber den Betroffenen, den Tätern, sofern sie noch leben, und auch den Pfarrgemeinden bzw. Einrichtungen gegenüber.<BR />