Das Vorhaben ist allerdings bereits weitgehend auf Schiene und soll 2027 starten. Gullotta könnte demnach komplett leer ausgehen. <BR /><BR />Erstmals soll ein Italiener Präsident der Uni Bozen werden. Die Frage, wer das Rennen macht, hat Staub aufgewirbelt. Doch Landesrat Marco Galateo stellt klar: „Es gibt weder einen Streit in der Landesregierung, noch habe ich etwas gegen Federico Giudiceandrea.“ Ihm gehe es vielmehr um eine zentrale Rolle für Schulamtsleiter Vincenzo Gullotta. Dieser soll bewerkstelligen, dass Südtirols Maturanten bereits an der Oberschule und mit der Matura jene Sprachprüfungen ablegen, die für den Zugang zur Uni Bozen nötig sind. „Zu geringe Deutsch- oder Italienischkenntnisse halten junge Leute ab, an die Uni Bozen zu gehen. Sie wandern ab.“<h3> Maturaprüfung auch als „Kompetenzbescheinigung“</h3>Was Galateo nicht sagt: Das Vorhaben ist bereits auf Schiene. Bei der Matura absolvieren Südtirols Schüler eine Prüfung mehr als im übrigen Staatsgebiet, nämlich Deutsch bzw. Italienisch als 1. Fremdsprache. Die Prüfung umfasst Hören, Lesen, Schreiben. In Zusammenarbeit mit der Uni soll diese Prüfung nicht nur für die Matura, sondern auch für eine „Kompetenzbescheinigung“ als Zugang für die Uni Bozen genutzt werden. „Allerdings nicht für alle, sondern nur für jene, die eine gewisse Punktezahl erreichen“, so Landesrat Philipp Achammer. Nicht abgedeckt sei der Bereich „Sprechen“. Das Abprüfen müsste abseits der Matura über die Kompetenzstelle zentral oder durch eigene Lehrer erfolgen. Anvisiert wird ein Start mit der Matura 2027. <h3> Uni-Rat werde eher kleiner</h3>Wozu es den italienischen Schulamtsleiter im Uni-Rat brauche, ist für viele offen. Wenn, dann ist bei der Lehrerausbildung eine engere Bindung an die Schulwelt nötig. Das lässt sich aber anders bewerkstelligen als über den Uni-Rat und betrifft alle drei Schulamtsleiter.<BR /><BR />Landesrat Galateo pokert hoch. Gullotta riskiert am Ende, komplett auf der Strecke zu bleiben. Wird er nicht Uni-Präsident, so gibt es für ihn keinen Platz im Uni-Rat. Das Land nominiert vier von sieben Vertretern. Nur einer davon gehört aber der italienischen Sprachgruppe an – und das wäre Federico Giudiceandrea. Eine Statutenänderung, sodass zwei Italiener unterkämen, sei nicht geplant. Mittelfristig, so heißt es bei der SVP, werde der Uni-Rat eher kleiner als größer.