Gutachter Dr. Ivano Simioni hat Leitner eine paranoide Störung bescheinigt. „Der Zustand unseres Mandanten – sowohl der physische als auch der psychische – ist nicht mit einem weiteren Gefängnisaufenthalt kompatibel“, sagte Rechtsanwalt Angelo Polo, der Leitner gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Fill vertritt, gestern nach Abschluss des Beweissicherungsverfahrens.<BR /><BR />Leitners potenzielle Gefährlichkeit werde als abgeschwächt eingestuft; diese fuße in erster Linie auf seiner Vorgeschichte. Die paranoide Störung bedürfe einer Therapie, die sich lange hinziehen könnte. Wichtig wäre jedenfalls, dass sich jemand um Max Leitner kümmere bzw. dass er entsprechend betreut werde.<BR /><BR />U-Richter Peter Michaeler trug Leitners Verfassung Rechnung und ersetzte die vorbeugende Verwahrungshaft hinter Gittern mit der Sicherungsmaßnahme der Freiheit unter Aufsicht. Diese sieht vor, dass Leitners Aufenthalt auf die Stadt Meran beschränkt wird. Er darf das Gemeindegebiet nicht verlassen, muss sich dort eine Unterkunft suchen und die Adresse schnellstmöglich den Ordnungshütern melden.<BR /><BR />Weiters belegte der Richter Max Leitner mit Unterschriftspflicht bei den Behörden, er muss zudem engen Kontakt zum Zentrum für psychische Gesundheit halten sowie zu den Sozialdiensten.<BR /><BR />Unter sein behängendes Strafverfahren könnte indes mit einem Vergleich ein Schlussstrich gezogen werden, über den ein anderer U-Richter befinden wird. Die Verteidigung hat ein Vergleichsangebot von einem Jahr und 4 Monaten Haft für Leitner sowie von einem Jahr, einem Monat und 10 Tagen bedingter Haft für Hans Schörghofer hinterlegt. Die beiden Männer waren Mitte September vorigen Jahres nach 2 Schüssen, die in Bozen Süd auf das Auto einer Prostituierten abgegeben worden waren, festgenommen worden. <BR /><BR />Im Raum stehen die Vorwürfe der Hehlerei, des Widerstands und des Mitführens einer Waffe. Der Vorwurf der Hehlerei bezieht sich auf den Wagen, mit dem sie unterwegs waren, das Fahrzeug war als gestohlen gemeldet worden. Bei der Pistole, die im Wagen lag, war anfangs von einer Kriegswaffe ausgegangen worden, dieser Vorwurf blieb aber nicht aufrecht.