„Am heutigen Morgen startete ich wohl wissend der Bauarbeiten um 7.15 Uhr in Kaltern, da ich um 8.30 Uhr einen Termin zur Untersuchung in der Bozner Marienklinik hatte. Um 7.25 Uhr sah ich kurz nach der Unterführung in St. Michael Eppan die ersten Brems- und Rücklichter. Von da an ging nichts mehr“, beschreibt <b>Stefan Massar</b> aus <b>Kaltern</b> seine Erlebnisse von gestern früh. Er nutzte dann die Gelegenheit zur Abzweigung nach St. Pauls, um über Unterrain auszuweichen. „Dumm gelaufen, denn auch dort ist die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt.“ Erst um 9 Uhr kam er in der Marienklinik an. „In Österreich und Deutschland und vielleicht auch noch anderswo werden solche Arbeiten nachts durchgeführt“, kritisiert Massar. <BR /><BR />Eine andere Sicht auf die Dinge hat <b>Manfred Kessler</b> aus <b>Bozen</b>. Von seiner Wohnung an der Meraner Kreuzung aus hat er eine perfekte Sicht zur MeBo-Brücke, Ausfahrt Eppan. „Ich kann nicht von einem Verkehrschaos reden“, erzählt Kessler von gestern früh. „Der Verkehr war zähflüssig wie immer zu dieser Zeit. Wenn ich gestern zwischen Sterzing und Brenner von einer Zeitverzögerung von einer Stunde gehört habe, erscheint mir die Verzögerung bei der MeBo-Baustelle gering. Ich kann deshalb nicht nachvollziehen, warum man die Sache gleich so dramatisieren muss, zumal diese Arbeiten notwendig sind und schlussendlich allen zugutekommen.“<h3> Ein Zugausfall zum Verkehrschaos obendrauf</h3> <Zwischentitel></Zwischentitel>Durch einen unglücklichen Zwischenfall gerieten die beiden Studentinnen <b>Samira</b> und <b>Hannah</b> aus <b>Eyrs</b> bzw. <b>Glurns i</b>n den Stau. „Wir wollten mit dem Zug von Untermais nach Brixen fahren. Der Zug um 7.17 Uhr ist jedoch ausgefallen und es gab keinen Schienenersatz“, berichten sie. „Somit mussten wir mit dem Auto nach Brixen fahren. Da auf der MeBo bereits ein Verkehrschaos herrschte, sind wir bei Terlan von der Schnellstraße ab- und durch Bozen zur Mautstelle Süd gefahren. Dafür haben wir eine Stunde gebraucht, da wir konstant im Stau gestanden sind – insgesamt dauerte die Fahrt drei Stunden.“<BR /><BR />Auch <b>Hubert Kröss</b> ärgert sich, dass zusätzlich zu den Arbeiten an der MeBo-Ausfahrt in Bozen Süd, der Zug ausgefallen ist. „Das passiert mittlerweile mehrmals pro Woche, zu unterschiedlichen Zeiten. Es gibt praktisch keine Woche mehr, in der alle Züge regulär verkehren“, schreibt er. „Und dann landet man mit dem Auto im totalen Stau – heute (gestern, Anm. d. Red.) war das schlicht der Super-GAU. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht zuverlässig. Gleichzeitig ist die Verkehrsbelastung durch Autos insgesamt kaum mehr tragbar.“ <BR /><BR />„In vielen Bereichen im Land gibt es Staus und Verkehrschaos. Deswegen frage ich, warum eine Zugverbindung von Bozen nach Wien eingestellt wird. Der Zug ist wegen großer Nachfrage öfter ausgebucht. Wenn man zwei- bis dreimal umsteigen muss und das mit Gepäck, ist der Zug nicht mehr relevant“, wirft <b>Susanne Frey</b> auf. <BR /><BR />„Völlig verantwortungslos“, findet <b>Theodor Lanthaler</b> die Bauarbeiten, die zum Verkehrschaos geführt haben. „Manche Menschen haben keine Ahnung, wie viele Menschen mit ihrem Fahrzeug zur Arbeit müssen.“ <BR /><BR />„Südtirol war einmal ein großes Dorf… Wir haben es zu einem Stauland gemacht, weil wir nie genug haben können“, gibt sich <b>Günther Mazzari</b> kritisch. <h3> Bauarbeiten im Vorfeld angekündigt</h3>„Sicher ist es für den einen oder anderen Pendler schlimm, wenn er nicht rechtzeitig an seinen Arbeitsplatz kommt. Aber die Sperre wurde angekündigt; somit konnte sich jeder seine eigene Alternative suchen. Wer nicht auf sein Auto verzichten möchte, kann großräumig die Baustelle umfahren oder eine Stunde früher starten“, unterstreicht <b>Christian C.</b> aus Eppan <BR /><BR />„Besser im Kaffeehaus am Ziel sitzen als eine halbe Stunde im Auto im Stau. Ich fahre seit Tagen mit dem Rad von Eppan in die Industriezone, vorbei am Stau. Wer den Großstadtverkehr von Mailand oder Los Angeles kennt, nimmt den Ministau in Bozen gelassen. Auto in den Vororten stehen lassen und Rad aus dem Kofferraum.