Die diplomierte Hundetrainerin Lisa Holzner verrät, wie das Medical Training abläuft.<BR /><BR /><b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Die meisten Welpen haben anfangs noch kein Problem mit Tierarztbesuchen und Co. Wird Medical Training jedoch nicht bewusst eingebaut, werden unangenehme Termine im Laufe der Zeit bei vielen Hunden zur großen Herausforderung. Dabei lässt sich mit einfachem, regelmäßigem Training sehr viel vorbeugen.<BR /><BR /><b>Wie baut man das Medical Training sinnvoll im Alltag auf?</b><BR /><BR />Lisa Holzner: Wenn möglich, können Tierarzt, Hundefriseur und Co. zwischendurch besucht werden, ohne dass eine Behandlung stattfindet. Das eigentliche Medical Training sollte jedoch vor allem zu Hause stattfinden – immer an einem festen Ort. Das kann eine bestimmte Matte sein, wie zum Beispiel ein Badeteppich mit gummierter Unterseite. Dieser eignet sich besonders gut, da er selbst auf einem rutschigen Tierarzttisch gut hält.<BR /><BR />Wichtig ist, diese Matte ausschließlich für das Medical Training zu verwenden. Zu Beginn belohnt man seinen Vierbeiner dafür, dass er sich gerne auf der Matte aufhält. Das heißt, man gibt ihm ein Leckerli und lobt ihn, wenn er nur darauf steht, sitzt oder liegt. Alle drei Positionen können nämlich bei Untersuchungen oder Behandlungen gebraucht werden. <BR /><BR />Wichtig ist außerdem ein Ankündigungssignal, zum Beispiel das Wort „Tierarzt“. Dieses Signal kündigt dem Hund an, dass jetzt eine Behandlung folgt. Gerade am Anfang sollte man den Hund während der „Untersuchung“ immer wieder belohnen. Die Einheiten sollten zunächst nur einige Sekunden dauern. Besonders wichtig: Das Training beendet man, bevor das Tier zeigt, dass es ihm zu viel wird.<BR /><BR />Typische Anzeichen dafür können sein: <BR />- Knabbern an den Händen<BR />- Abwenden<BR />- Ducken oder Weggehen<BR />- Gähnen, Schütteln. <BR /><BR />Besser sind mehrere, sehr kurze Einheiten hintereinander als eine lange. <BR /><BR /><b>Wie wird Medical Training langfristig effektiv und alltagstauglich?</b><BR /><BR />Holzner: Am effektivsten ist das Medical Training, wenn es fest in den Alltag integriert wird. Zum Beispiel kann man jeden Morgen nach dem ersten Spaziergang: <BR />- Die Matte auslegen und den Hund auf die Matte schicken.<BR />- Das Ankündigungssignal „Tierarzt“ sagen.<BR />- Dem Hund kurz ins Ohr schauen.<BR />- Belohnen und loben. Das Training beenden.<BR /><BR />Hin und wieder kann man sich bewusst mehr Zeit nehmen und die Behandlung etwas verlängern. Für die Vorbereitung ist jedoch wichtiger, dass das Training regelmäßig stattfindet, als dass es lange dauert. Meistens sollte die Übung beendet werden, wenn der Hund noch ruhig ist und gerne mitmacht. So vermeidet man, dass man ihn überfordert.<BR /><BR /> Wenn das Training am Boden gut funktioniert, kann es schrittweise ausgebaut werden. Zuerst übt man auf der Matte auf dem Boden, dann auf dem Tisch. Wichtig: Auch das Anheben/Hochheben des Hundes sollte man trainieren – und immer ankündigen. <BR /><BR />Beim Medical Training sollte man ab und zu Equipment verwenden, wie eine Bürste, einen Maulkorb, eine Zeckenzange, Augentropfen und eine Krallenschere. Selbst wenn nicht alles jedes Mal benutzt wird, kann es immer wieder Teil des Trainings sein. So wird der Hund perfekt auf den „Ernstfall“ vorbereitet. Die Matte kommt dann selbstverständlich zu jedem Tierarztbesuch mit.