Donnerstag, 23. März 2017

Meereis der Arktis: erneut Negativrekord

Jedes Jahr kurz vor Ende des Winters erreicht das Meereis der Arktis seine größte Ausbreitung – doch die Eisdecke war bei einer Messung zu diesem Zeitpunkt noch nie so klein wie 2017.

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Sie habe sich nur auf 14,42 Millionen Quadratkilometer ausgebreitet, teilten die US-Raumfahrtbehörde NASA und die Klimabehörde NSIDC (National Snow and Ice Data Center) am Mittwoch (Ortszeit) mit.

Das sei die geringste Maximal-Ausdehnung seit Beginn der Satellitenmessungen vor 38 Jahren, hieß es. Bereits in den beiden vergangenen Jahren waren Negativrekorde aufgestellt worden. Ursache für die geringe Ausbreitung 2017 seien ein warmer Herbst und Winter in der Arktis mit Temperaturen rund 2,5 Grad Celsius über dem Durchschnitt gewesen. Messungen eines Satelliten der Europäischen Raumfahrtagentur ESA ergaben zudem, dass das Eis geringfügig dünner war als in den vergangenen vier Jahren.

„Habe so etwas in 35 Jahren nicht gesehen“

„Ich beobachte das Wetter in der Arktis seit mehr als 35 Jahren und so etwas wie das, was wir in den vergangenen zwei Jahren erlebt haben, habe ich noch nie auch nur ansatzweise gesehen“, sagte NSIDC-Direktor Mark Serreze.

Auch die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf hatte erst am Montag betont, wie außergewöhnlich die Wetterdaten der Arktis in den vergangenen Monaten waren. Mindestens drei Mal sei es zu so etwas wie Hitzewellen gekommen. Auf dem Höhepunkt des Winters und der eigentlichen Gefrierperiode habe es Tage mit Temperaturen fast am Schmelzpunkt gegeben.

Das wiederum habe den polaren Jetstream – einen der Windströme, die sich in großer Höhe um den Planeten ziehen – und damit das Wetter global beeinflusst. „Wir sehen bemerkenswerte Veränderungen auf dem Planeten, die die Grenzen unseres Verständnisses des Klimasystems erreichen“, sagte der Direktor für Klimaforschung, David Carlson. „Wir betreten hier absolutes Neuland.“

apa/dpa

stol