Wer heute auf der A22 in Richtung Norden unterwegs ist, braucht starke Nerven. Laut dem aktuellen Verkehrsbericht der Verkehrsmeldezentrale Südtirol steht der Schwerverkehr auf der Nordspur nahezu im ganzen Land.<h3> Der Auslöser: Fahrverbot in Österreich</h3>Hinter dem aktuellen Mega-Stau steckt die Kombination aus dem gestrigen Feiertag (Fronleichnam) in Österreich bzw. Tirol und dem dort verhängten Lkw-Fahrverbot. <BR /><BR />Das Problem begann bereits am Donnerstag: Zahlreiche Frächter schickten ihre Lastwagen trotz des absehbaren Verbots in Richtung Norden. Da eine Weiterfahrt am Brenner unmöglich war, staute sich der Schwerverkehr schon im Laufe des Tages auf der Südtiroler Seite an.<BR /><BR />Als das Fahrverbot in der Nacht endete, durften diese blockierten Fahrzeuge ihre Fahrt zwar fortsetzen, doch am Freitagmorgen trafen sie dann auf den regulären Verkehr. Die schiere Masse an Lkw – schätzungsweise fast die doppelte Menge eines normalen Tages – bringt die Kapazitäten der Autobahn an ihre Grenzen.<BR /><BR />Dass viele Transportunternehmen die lokalen Feiertage und Fahrverbotszonen innerhalb Europas bei ihrer Planung schlichtweg zu ignorieren scheinen, sorgt Jahr für Jahr aufs Neue für Stau und Überlastung auf der A22.<h3>Verkehrschaos greift um sich</h3>Besonders bitter für die Anwohner: Weil es auf der Autobahn nur zäh voran geht, versuchen Lkw- und Pkw-Fahrer, über das örtliche Straßennetz auszuweichen. Dies führt immer wieder zu Belastung und Verkehrschaos in den Dörfern entlang der Autobahntrasse, aber auch im Überetsch.<BR /><BR />Während Österreich an verkehrsreichen Tagen strenge Abfahrverbote für den Ausweichverkehr verhängen kann, sind Südtirol in dieser Hinsicht rechtlich die Hände gebunden: Der Versuch, ein gesetzliches Abfahrverbot für überlastete Situationen zu verankern, wurde im römischen Parlament abgelehnt.<h3> Durchfahrtverbot über Umwege</h3>Während viele Gemeinden entlang der Brennerroute noch vom Lkw-Verbot im Dorf träumen, haben Gossensaß und Mauls eine Lösung durchgesetzt. Aufgrund offiziell ausgewiesener Gefahrenstellen auf der Brennerstaatsstraße müssen lange Fahrzeuge dort draußen bleiben.<BR /><BR />Lastwagen mit einer Länge von mehr als zehn (in Gossensaß) bzw. zwölf Metern (in Mauls) dürfen die engen Dorfdurchfahrten aus Sicherheitsgründen nicht mehr passieren. <BR /><BR />Dieses Modell weckt im Wipptal Begehrlichkeiten: Auch andere Orte entlang der Strecke wollen prüfen, ob sie den Transitverkehr auf dieselbe Weise stoppen können. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/durchfahrverbot-fuer-doerfer-neue-chancen-im-transitverkehr" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Mehr dazu lesen Sie hier.</a>