Sonntag, 10. April 2016

Mehr als 100 Tote bei Tempelbrand in Indien

Nach einem Tempelbrand im südindischen Unionsstaat Kerala ist die Opferzahl auf 102 Tote gestiegen. Dies bestätigte die örtliche Polizei der Deutschen Presse-Agentur.

Foto: © APA/AP

In der Nacht auf Sonntag war bei einer Feier in Kollam ein Betonschuppen mit Feuerwerk explodiert.

Zunächst ging man von einigen Dutzend Toten aus. Die Opferzahl stieg nun bereits auf 102. Die Zahl der Verletzten liegt bei mehr als 300.

Viele Tausende Menschen hatten sich in der Nacht zum Sonntag auf dem Gelände des Puttingal-Tempels im Bundesstaat Kerala im Südwesten des Landes für ein Festival versammelt.

Als das Betongebäude mit den Raketen in die Luft geflogen sei, habe der Boden gebebt, sagte der Augenzeuge Lallu S. Pilla der Nachrichtenagentur IANS. „Es herrschte absolutes Chaos und Betonstücke lagen überall verstreut, manche sogar in 500 Metern Entfernung am Taxistand.“

Die Polizei befürchtet weitere Tote, die noch unter den Trümmern des eingestürzten Gebäudes liegen könnten.

Brand unter Kontrolle

Ein Funken sei offensichtlich auf einen Stapel von unsicher gelagerten Böllern gefallen und habe so den Brand ausgelöst, berichtete NDTV weiter. Lokale Sender zeigten Bilder von lodernden Flammen und zahlreiche Explosionen hinter Palmen.

Am Morgen (Ortszeit) war das Feuer nach einigen Stunden unter Kontrolle gebracht, sagte ein Polizeisprecher.

Mitarbeiter des Tempels erklärten gegenüber lokalen Medien, es habe die Erlaubnis gegeben, Feuerwerkskörper zu zünden. Solche Spektakel werden bei den Neujahrsfeiern im Süden des Landes oft organisiert. Der Innenminister des Bundesstaates, Ramesh Chennithala, kündigte eine staatliche Untersuchung des Unglücks an.

Premierminister unterwegs

Premierminister Narendra Modi erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter, er mache sich auf dem Weg zur Unfallstelle.

„Das Feuer in Kollam ist herzzerreißend und der Schock nicht in Worte zu fassen. Meine Gedanken sind bei den Familien der Verstorbenen und ich bete für die Verletzten“, schrieb er.

apa/dpa/stol

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