Donnerstag, 19. März 2020

Mehr als 2000 Corona-Infizierte in Österreich

In Österreich ist die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Personen am Donnerstag auf mehr als 2000 gestiegen. Binnen 24 Stunden sind rund 400 Neuinfektionen hinzugekommen.

Die Zahl der Infizierten ist im Bundesland Tirol weiterhin am höchsten.
Die Zahl der Infizierten ist im Bundesland Tirol weiterhin am höchsten. - Foto: © BARBARA GINDL
Im Bundesland Tirol gibt es weiterhin die meisten Fälle. Die Zahl der Toten stieg indes auf sieben Personen an. Zuletzt starb in Wien eine 94 Jahre alte Frau durch das neuartige Virus.

Die Frau litt laut medizinischem Krisenstab der Stadt Wien an Vorerkrankungen und hatte einen allgemein schlechten Gesundheitszustand. Die 94-Jährige war eine Bewohnerin der Betreuungseinrichtung Haus Hohe Warte, wo mehrere Fälle von Covid-19 aufgetreten waren. Sie befand sich seit mehreren Tagen im Kaiser-Franz-Josef-Spital in Behandlung.

Zuvor war am Donnerstag bekannt geworden, dass jene 48-jährige Wienerin, bei der zuletzt noch unklar war, ob sie an einer Covid-19-Infektion verstorben ist, nun ein bestätigter Fall ist. Insgesamt gibt es somit in der Bundeshauptstadt bisher vier Todesfälle.

In allen Teilen Österreichs sind weiterhin umfassende Maßnahmen in Kraft, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Im Bundesland Tirol sind alle 279 Gemeinden unter Quarantäne. Aufgrund der aktuellen Situation entschloss sich die Geschäftsführung des Flughafens Innsbruck in Absprache mit den Eigentümern dazu, vorläufig den Betrieb einzustellen.

Die am Mittwoch angeordnete Unter-Quarantäne-Stellung aller Nord- und Osttiroler Gemeinden bleibt bis zum 5. April bestehen - und zwar unabhängig von Entscheidungen auf Bundesebene. Für den Fall, dass der Bund die Verordnung zu Ausgangsbeschränkungen nicht über diese Woche hinaus verlängern sollte, bleibe die Tiroler Verordnung trotzdem bestehen, hieß es aus dem Büro von Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) gegenüber der APA.

In Salzburg hat sich am Donnerstag erneut gezeigt, welche massiven Folgen der Kontakt mit nur einzelnen am Coronavirus erkrankten Personen auf den Personalstand von Krankenhäusern haben kann. Am Abend teilte das Land mit, dass nun auch ein Mitarbeiter in der Christian-Doppler-Klinik positiv getestet worden ist.

Zudem gab es eine Kontaktperson auf der Inneren Medizin am Uniklinikum. Als Vorsichtsmaßnahme wurden in der Folge 45 Personen nach Hause geschickt. Damit befinden sich alleine im Uniklinikum Salzburg derzeit rund 200 Ärzte, Pflegekräfte und weitere Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne.

Am Nachmittag war zunächst bekannt worden, dass auch auf der Intensivstation der Neurologie des Uniklinikums neun Ärzte und sieben Pfleger isoliert wurden, nach dem ein schwer verletzter Patient positiv getestet worden ist. Der Mann war zuvor auf der Intensivstation des Tauernklinikums Zell am See (Pinzgau) behandelt worden, hatte dort aber keine Symptome einer Infektion gezeigt. Aus Sicherheitsgründen wurden darauf auch in Zell am See sechs Pflegekräfte, fünf Ärzte, zwei Röntgenassistenten und eine Reinigungskraft in häusliche Quarantäne geschickt und zwei Patienten verlegt.

Bereits zuvor waren am Uniklinikum ein Narkosearzt, eine Augenärztin und eine Krankenschwester als mit dem Virus infiziert gemeldet worden. Als Folgemaßnahme mussten 60 Ärzte, 64 Pfleger und 24 weitere Mitarbeiter in Quarantäne geschickt werden. Laut dem Einsatzleiter des Corona-Stabs am Uniklinikum, Richard Greil, überlege man im medizinischen Bedarfsfall, Personen unter Quarantäne unter strengen Auflagen früher in den Dienst zurückzuholen.

apa