Montag, 01. Juni 2020

Mehr als 500.000 positiv Getestete in Brasilien

Das brasilianische Gesundheitsministerium hat einen Anstieg von 16.409 Coronavirus-Fällen auf die Gesamtzahl von 514.849 verlautbart. Brasilien verzeichnet nach den USA den zahlenmäßig heftigsten Ausbruch der Infektion. In den letzten 24 Stunden sind laut Ministerium weitere 480 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Die Zahl der Todesfälle stieg offiziellen Angaben zufolge auf 29.314.

Hydroxychloroquine kann schwere Nebenwirkungen haben.
Hydroxychloroquine kann schwere Nebenwirkungen haben. - Foto: © APA (AFP/Archiv) / YURI CORTEZ
Damit liegt das lateinamerikanische Land hinter den USA, Großbritannien und Italien auf dem vierten Platz weltweit.

Wie die Regierungen der beiden Länder mitteilten, beliefern die USA Brasilien trotz medizinischer Warnungen mit der Anti-Malaria-Arznei Hydroxychloroquin zur Behandlung von Covid-19-Patienten. Die USA hätten Brasilien zwei Millionen Dosen des Mittels gesendet, hieß es am Sonntag in der gemeinsamen Erklärung. US-Präsident Donald Trump und sein brasilianischer Konterpart Jair Bolsonaro schwärmen für das Mittel.

Kontroverse um Malaria-Arznei

Erst vor ein paar Tagen hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO angekündigt, eine große klinische Studie mit dem Mittel an Covid-19-Patienten wegen Sicherheitsbedenken zu stoppen. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA hat bereits vor schweren Nebenwirkungen beim Einsatz von Hydroxychloroquin an Covid-19-Erkrankten gewarnt. Trump dagegen hatte das Anti-Malaria-Mittel früher angepriesen.

16 „importierte Fälle“ in China

Auf dem chinesischen Festland gibt es unterdessen 16 neue Coronavirus-Fälle. Das ist der größte Anstieg binnen 24 Stunden seit dem 11. Mai. Die Nationale Gesundheitskommission erklärte, dass es sich bei allen Neuinfektion um sogenannte importierte Fälle handelt, an denen Reisenden aus Übersee beteiligt sind. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle liegt nach offiziellen Angaben nun bei 83.017. Die Zahl der Todesopfer bleibt unverändert bei 4634.

Lockerungen in Moskau

In Russland dürfen die Einwohner der Hauptstadt Moskau nach neun Wochen wieder ihre Häuser verlassen. Die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind in der 12,7 Millionen großen Metropole teilweise aufgehoben. Drei Mal pro Woche dürfen die Menschen spazieren gehen und draußen Sport treiben, teilt die Regierung mit.

Einkaufszentren und die meisten Parks werden nach offiziellen Angaben ebenfalls am Montag geöffnet, Kinderspielplätze und Sportanlagen blieben zunächst geschlossen. Die Infektionsrate ist in den vergangenen Wochen gefallen: Die Regierung in Moskau meldete im Vergleich zu Mai mit rund täglich 6000 neuen Coronavirus-Fällen nur 2595 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Rund 400.000 Menschen wurden in Russland bisher positiv auf das Coronavirus getestet.

apa